Veranstaltungsreihe: „Führung in Krisenzeiten – Stationen der deutschen Demokratie“
Im Jahr 2026 erinnern mehrere Jubiläen an entscheidende Wegmarken in der deutschen Geschichte. Gleich vier Reichs- und Bundeskanzler feiern runde Geburtstage oder Jahrestage, die eng mit den Stationen auf dem Weg zu Freiheit und Demokratie in Deutschland verbunden sind: Adenauer, Müller, Cuno und Stresemann. Ihre Amtszeiten zeigen, wie zerbrechlich demokratische Strukturen sein können – und zugleich, wie wichtig verantwortungsvolle Führung in Zeiten tiefgreifender Krisen ist. Die Moderation übernimmt Reinhard Seibold.
3. Februar 2026, 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
„Konrad Adenauer – Kanzler ohne Kompromisse?“
Am 5. Januar 2026 feiern wir den 150. Geburtstag von Konrad Adenauer. Der erste Bundeskanzler übernahm nach dem Ende der NS-Diktatur und des Zweites Weltkriegs die Verantwortung im Westen Deutschlands und legte das Fundament für die bundesdeutsche Demokratie und die europäische Einigung. Sein politischer Weg war jedoch zuvor schon geprägt von Unsicherheit und Verfolgung.
Im Gespräch:
- Matthias Krüger, Referent in der Konrad-Adenauer-Stiftung und Bearbeiter des Bandes „Adenauer-Karikaturen von Wilhelm Hartung“, beleuchtet Adenauers Wirken im Spiegel satirischer Darstellungen.
- Dr. Holger Löttel, Abteilungsleiter in der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bad Honnef-Rhöndorf, forscht zur Politik und Biografie Adenauers.
18:00 Uhr – 18:05 Uhr
Begrüßung
Volkshochschule Frankfurt am Main, Franziska Fandrich
Konrad-Adenauer-Stiftung Hessen, Tanissa Conradi
18:05 Uhr – 18:15 Uhr
Einführung in das Thema durch Reinhard Seibold
"... Erfahrungen sind für Politiker so unendlich wichtig."
18:15 Uhr – 18:45 Uhr
Impulsvorträge:
1. Wer war Adenauer?
Dr. Holger Löttel, Stiftung Bundeskanzler Adenauer Haus
2. Adenauers Wirken im Spiegel satirischer Darstellungen
Matthias Krüger, Referent Zeitgeschichte Konrad-Adenauer-Stiftung
18:45 Uhr – 19:30 Uhr
Podiumsdiskussion
Mehr Informationen unter: https://vhs.frankfurt.de/de/portal#/search/detail/181922
9. Juni 2026, 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
„Hermann Müller – Kanzler ohne Mehrheit“
Am 18. Mai 2026 jährt sich der 150. Geburtstag von Hermann Müller, dem letzten Reichskanzler der Weimarer Republik, der noch mit einer parlamentarischen Mehrheit regierte. Müller stand für den Versuch, Demokratie durch Ausgleich und Kompromiss zu stabilisieren. Doch er verlor in einem entscheidenden Augenblick die Rückendeckung seiner eigenen Partei. Sein früher Tod bewahrte ihn vor der Erfahrung, wie seine Nachfolger das Kanzleramt in autoritäre und schließlich diktatorische Bahnen führten.
Im Gespräch:
- Prof. Dr. Walter Mühlhausen, ehe. Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, hat zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts verfasst.
Mehr Informationen unter: https://vhs.frankfurt.de/de/portal#/search/detail/182398
23. Juni 2026, 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr
„Wilhelm Cuno – Kanzler ohne Partei“
Am 2. Juli 2026 jährt sich der 150. Geburtstag von Wilhelm Cuno. Er war der erste Kanzler der Weimarer Republik, der ohne Parteibindung durch Ernennung des Reichspräsidenten ins Amt kam. Seine Regierungszeit fiel in die Phase der französischen Besetzung des Ruhrgebiets und der darauffolgenden Hyperinflation, die weite Teile der Bevölkerung ins Elend stürzte. Cunos Politik des „passiven Widerstands“ machte die Schwächen der parlamentarischen Ordnung sichtbar – und zeigt bis heute, wie eng Demokratie, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliches Vertrauen verbunden sind.
Im Gespräch:
- Prof. Dr. Bernd Braun hat im Bildband „Die Weimarer Reichskanzler. Zwölf Lebensläufe in Bildern“ u.a. das Leben von Wilhelm Cuno porträtiert.
Mehr Informationen unter: https://vhs.frankfurt.de/de/portal#/search/detail/182361
1. Dezember 2026, 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
„Gustav Stresemann – Kanzler ohne Vertrauen“
Vor 100 Jahren erhielt Gustav Stresemann gemeinsam mit Aristide Briand den Friedensnobelpreis – für ihren Einsatz zur deutsch-französischen Verständigung. Nur drei Jahre zuvor war er nach gut 100 Tagen als Reichskanzler gescheitert: Inmitten von Ruhrbesetzung, Hyperinflation und Putschversuchen beendete er den „passiven Widerstand“ gegen Frankreich. Dieser Kurswechsel brachte ihm den Zorn nationalistischer Kräfte ein, zugleich zerbrach seine Koalition von SPD bis DVP. Trotz des Vertrauensentzugs blieb er von 1923 bis zu seinem frühen Tod 1929 Außenminister und einer der prägenden Politiker der Weimarer Republik.
Im Gespräch:
- Prof. Dr. Ewald Grothe, Mitherausgeber von „Vernunftrepublikaner, Reichskanzler, liberaler Außenminister“.
Mehr Informationen unter: https://vhs.frankfurt.de/de/portal#/search/detail/182362
- Datum:
- 03.02.2026 - 01.12.2026
- Veranstaltungsort:
- Stadthaus Frankfurt, Markt 1, 60311 Frankfurt am Main
- Veranstalter:
- Hessische Landeszentrale für politische Bildung und VHS Frankfurt (Volkshochschule Frankfurt)