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Heimatvertriebene in Hessen

Hessen ist auch die neue Heimat für Heimatvertriebene

Mit dem Begriff „Heimatvertriebene“ werden Personen deutscher Staatsangehörigkeit oder deutscher Volkszugehörigkeit bezeichnet, die ab 1944 aus den deutschen Ostgebieten oder dem Territorium des ehemaligen Österreich-Ungarn in die Gebiete der nachmaligen Staaten Bundesrepublik, DDR und Österreich fliehen mussten bzw. von Haus und Hof vertrieben wurden.

Für das neue Land (Groß-) Hessen in der amerikanischen Besatzungszone war nach in Potsdam von den Siegermächten getroffenen Konferenz-Vereinbarungen die Aufnahme von insgesamt 721.000 Heimatvertriebenen vorgesehen. Dies entsprach 1950 einem Anteil von etwa sechs Prozent der insgesamt knapp zwölf Millionen in Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen deutscher Herkunft oder Abstammung.

Durchschnittlich 31 Prozent der nach Hessen gelangten vertriebenen Deutschen stammten aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs, 69 Prozent waren Volksdeutsche aus den ostmittel- und südeuropäischen Ländern, v. a. aus der erneut gegründeten Tschechoslowakei. Zählt man den hauptsächlich in der letzten Kriegsphase bzw. kurz nach Kriegsende nach Hessen strömenden vertriebenen Deutschen alle zwischen 1939 und 1950 hierher zugezogenen Evakuierten und sonstige Zuwanderer, sowie die aus der SBZ bzw. der DDR geflohenen Personen hinzu, so hatte das Territorium des Landes Hessen von Kriegsausbruch bis zum Beginn der 1950er Jahre einen Nettobevölkerungszuwachs von rund 850.000 Menschen zu verkraften.

Zwischen Januar 1946 und Mai 1949 erreichten etwas mehr als 400.000 Vertriebene aus Ungarn und der Tschechoslowakei, insbesondere dem Sudetenland, Hessen in 409 organisierten Transporten. Anfangs wurden die eintreffenden Flüchtlinge übergangsweise in zusammen mehr als 200 Durchgangslagern aufgenommen.

Hessen hat sich durch die Aufnahme der Heimatvertriebenen verändert. Die große Aufbauleistung nach dem Krieg und der Zerstörung haben hessische Hessen und neue Hessen gemeinsam erbracht.