Die „Declaration of Independence“ und das Ringen um Gleichheit: Von 1776 bis zur Gegenwart
1. Vortrag der Ringvorlesung „250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika – Demokratie, Macht und Gesellschaft“
Im Jahr 2026 blicken die Vereinigten Staaten von Amerika auf 250 Jahre Unabhängigkeit zurück. Das Jubiläum bietet Anlass, die historische Entwicklung, die politischen Strukturen und die gesellschaftliche Dynamik der USA in den Blick zu nehmen.
In der fünfteiligen Ringvorlesung „250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika – Demokratie, Macht und Gesellschaft“ analysieren ausgewiesene USA-Experten zentrale politische, gesellschaftliche und kulturelle Fragestellungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie tiefgreifend der aktuelle politische und gesellschaftliche Umbruch in den Vereinigten Staaten ist.
Über den Vortrag:
Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika von 1776 gilt als Gründungsdokument moderner Demokratie und als Meilenstein im Ringen um Gleichheit. Doch schon bei ihrer Entstehung war das berühmte Versprechen, „dass alle Menschen gleich geschaffen sind“, von Widersprüchen und Ausschlüssen geprägt: Gemeint waren vor allem weiße, besitzende Männer. Frauen, Indigene und versklavte Menschen blieben außen vor. Der Vortrag zeichnet nach, wie das Gleichheitsversprechen der Declaration of Independence über 250 Jahre hinweg immer wieder neu interpretiert, erweitert und zugleich begrenzt wurde – von den Revolutionen des 18. Jahrhunderts über die Expansion der US-Demokratie, die Bürgerrechtsbewegung bis hin zu aktuellen Krisenphänomenen wie Populismus und wachsender sozialer Ungleichheit unter Donald Trump.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Idee der Gleichheit historisch an die Nation gebunden wurde und wie diese Bindung bis heute als Mechanismus der Inklusion und Exklusion wirkt. Anhand historischer Anekdoten und aktueller Debatten wird gezeigt, dass Gleichheit nie selbstverständlich ist, sondern stets erkämpft, verteidigt und neu verhandelt werden muss. Der Vortrag schließt mit einem Plädoyer, das Gleichheitsversprechen der Aufklärung in einer globalisierten Welt neu zu denken und gegen seine Vereinnahmung durch exkludierende Identitätspolitik zu verteidigen.
Referent
Christian Lammert ist Politikwissenschaftler und Professor am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin. 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit Boris Vormann im Campus Verlag die Studie Das Versprechen der Gleichheit. Legitimation und die Grenzen der Demokratie.
Anmeldung:
Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich unter: katholische.akademie@bistum-fulda.de
Der Eintritt ist frei.
- Datum:
- 27.04.2026
- Uhrzeit:
- 19:00
- Veranstaltungsort:
- Kath. Akademie des Bistums Fulda, Neuenberger Str. 3-5, 36041 Fulda
- Veranstalter:
- Hessische Landeszentrale für politische Bildung und Katholische Akademie des Bistums Fulda