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Jüdisches Leben, Geschichte und Kultur in Hessen

In Hessen hat jüdisches Leben eine lange und starke Tradition und prägt in seiner Vielfalt das gesellschaftliche Miteinander. Ein zentrales Anliegen dieses Podcasts ist es, diese Vielfalt für ein breites Publikum aufzubereiten und darüber hinaus auch Bildungsmaterial für den Einsatz in der historisch-politischen Bildung an die Hand zu geben. Neue Zugänge und Inhalte sollen bisherige ergänzen, um zu zeigen, dass jüdisches Leben seit Jahrhunderten bis heute konstitutiver Bestandteil deutscher und speziell hessischer Geschichte und Gegenwart ist. Den inhaltlich-thematischen Einstieg einer jeden Folge bildet ein Einspieler mit hörspielartiger Charakteristik, auf dessen Grundlage die unterschiedlichen geladenen Studiogäste unter Moderation von Isabel Gathof interessante Aspekte jüdischen Lebens, Geschichte & Kultur Hessens mit Aktualitätsbezug diskutieren.

Folge 1: „Kampf um Gleichberechtigung – der jüdische Abgeordnete Gabriel Riesser in der Paulskirche“

Konzept: Isabel Gathof, Felix Münch, René Mallm & Claudia Stul
Moderatorin: Isabel Gathof
Studiogäste: Dr. Kerstin von der Krone, Abraham de Wolf
Radiomoderator des Hörspiels: Florian Wolny
Gabriel Riesser im Hörspiel: Clemens Riesser
Sounddesign & Mischung des Hörspiels: Manuel Karakas
Aufnahme & Bearbeitung: Sascha Amic, Metz Neun Synchron, Offenbach
Musik: Aggressive High Cultures von Frank Herrlinger sowie Monet von Magnus Moone (beides SoundTaxi)
Projektbetreuung HLZ: René Mallm, Felix Münch & Claudia Stul
Produktionstechnische Gesamtleitung: Isabel Gathof

Angebote, Feedback und Links

Alle Angebote, Veranstaltungen, Publikationen, Onlineformate der hessischen Landeszentrale für politische Bildung sowie Unterrichtsmaterialien zum Podcast finden Sie auf unserer Homepage unter www.hlz.hessen.de

Die Landeszentrale für politische Bildung freut sich über Feedback, Anregungen und Kritik zum Podcast. Schreiben Sie uns eine E-Mail an juedischesleben@hlz.hessen.de

Die im Podcast besprochenen Karikaturen finden Sie hier:

Literatur

Herzog, Arno (2008): Gabriel Riesser, Hamburg.

Kaufmann, Uri (2003): Ein jüdischer Deutscher. Der Kampf des jungen Gabriel Riesser für die Gleichberechtigung der Juden 1830–1848, in: Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 13, H. 1, S. 211–236.

Rieber, Angelika (2006): Deutsch oder Heimatlos. Gabriel Riesser – ein jüdischer Deutscher im Vormärz, in: Praxis Geschichte 3/2006, S. 40–43.

Rieber, Angelika (2023): „An die Deutschen aller Konfessionen.“ Die Verdienste Gabriel Riessers für die Demokratie, in: Extrablatt. 175 Jahre Revolution 1848/49, S. 25.

Schoeps, Julius H. (2020): Gabriel Riesser. Demokrat – Freiheitskämpfer – Vordenker, Leipzig.

Schoeps, Julius H. (2021): Gabriel Riesser (1806-1863). Gleiches Recht für die Juden: Eine Rede macht Geschichte, in: Frank-Walter Steinmeier (Hrsg.), Wegbereiter der deutschen Demokratie. 30 mutige Frauen und Männer 1789–1918, München 2021, S. 225–236.

Disclaimer

Der Inhalt des Podcasts gibt die subjektive Wahrnehmung, Haltung und Meinung der Gäste wieder und entspricht nicht zwingend der Wahrnehmung, Haltung und Meinung der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) und ihrer Bediensteten.

(0:00:01) - Einführung in das Thema: Jüdisches Leben, Geschichte und Kultur in Hessen

(0:00:20) - Hörspiel: Rede des jüdischen Abgeordneten Gabriel Riesser

(0:03:57) - Fokus auf jüdische Abgeordnete der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche

(0:04:47) - Vorstellung der Moderatorin Isabel Gathof

(0:05:02) - Diskussion über Moritz Daniel Oppenheim und Gabriel Riesser

(0:10:20) - Diskussion über jüdische Emanzipation und deutsche Demokratiegeschichte;

(0:11:46) - Wer war Moritz Mohl?

(0:13:33) - Analyse der Karikatur „Er wird mir gemütlich schwer“

(0:15:24) - Diskussion über visuelle Kommunikation in der Paulskirche

(0:18:07) - Zugang zur Sammlung der Universitätsbibliothek

(0:19:13) - Wahl von Gabriel Riesser zum Vizepräsidenten und antisemitische Reaktionen

(0:21:48) - Analyse von Karikaturen als Quelle für Antisemitismus

(0:23:47) - Diskussion über die Paulskirche als Ort der deutschen Demokratie

(0:25:14) - Diskussion über Gabriel Riesser und die Gleichheit vor dem Gesetz

(0:27:14) - Diskussion über die Bedeutung von Quellen in der Vermittlungsarbeit

(0:28:30) - Diskussion über jüdische Geschichte und Kultur in Sammlungen

(0:30:03) - Abschluss der Pilotfolge, Credits und Ankündigung des nächsten Themas

Isabel Gathof hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre als Nachwuchsfilmemacherin auf internationaler Ebene eine Kernkompetenz in der filmischen Umsetzung jüdischer Sujets erarbeitet und setzt sich inzwischen multimedial mit der jüdischen Geschichte Hessens auseinander. 

Ihrem Studium an der Hochschule für Fernsehen (HFF München) ging eine Ausbildung zur Werbekauffrau bei Saatchi & Saatchi in Frankfurt voran, die sie als eine der besten Absolventinnen Hessens abschloss.Nach einem Auslandssemester an der Tel Aviv University verlagerte sie ihren Studienschwerpunkt von Filmproduktion auf Dokumentarfilmregie und gründete nach erfolgreichem Studienabschluss mit Diplom ihre Produktionsfirma „FEINSHMEKER FILM“.

Für ihren ersten abendfüllenden Kinodokumentarfilm „Moritz Daniel Oppenheim – Der erste jüdische Maler“ wurde Isabel Gathof u. a. 2018 mit dem Hessischen Newcomer Preis ausgezeichnet.

Auf ein gemeinsam mit der promovierten Oppenheim-Expertin Dr. Esther Graf geschriebenes Buch über den „Maler der Rothschild und Rothschild der Maler“ folgte „Moritz Daniel Oppenheim macht Schule“ – ein in der Bildungsmedienlandschaft bislang einzigartiges Projekt, das einem jungen Publikum das spannende Zeitalter der jüdischen Emanzipation vermittelt und damit die Kenntnisse deutsch-jüdischer Geschichte über das Opfernarrativ hinaus erweitert und in Zusammenarbeit mit dem beliebten TV-Moderator Eric Mayer entstanden ist.

Zuletzt realisierte Isabel Gathof in Co-Produktion mit der naked eye film (München/Berlin) „Fritz Bauers Erbe – Gerechtigkeit verjährt nicht“, ein neues abendfüllendes Kinodokumentarfilmprojekt über die letzten NS-Prozesse in Deutschland, sowie im Rahmen eines medienpädagogischen Dialogprojekts im Auftrag der Stadt Mannheim die Dokumentation „TKUMAnnheim – Jüdisches Leben von 1945 bis heute“.

Eine App „auf Spurensuche nach der jüdischen Emanzipation“ in Isabel Gathofs und zugleich Moritz Daniel Oppenheims Heimatstadt Hanau ist derzeit im Entstehen. Darüber hinaus entwickelte sie gemeinsam mit der Hohen Landesschule Hanau und einem Expertenteam aus Israel ein „Augmented Reality“-Projekt, das eng mit M. D. Oppenheim verbundene, historische Orte auf dem Smartphone virtuell wieder auferstehen lässt.

Links zum Film und Projekt „Moritz Daniel Oppenheim macht Schule“ und zur Arbeit von Isabel Gathof:

www.MDOmachtSchule.de
https://www.instagram.com/mdomachtschule/
www.facebook.com/OppenheimmachtSchule
https://www.fbw-filmbewertung.com/film/moritz_daniel_oppenheim_macht_schule
https://hessen.edupool.de/?record=hessen-LA202330021&src=online&standort=15
https://eurokey.de/2023/01/20/moritz-daniel-oppenheim-macht-schule/
https://eurokey.de/2023/09/21/moritz-daniel-oppenheim-macht-schule-in-allen-hessischen-schulen/
www.MoritzDanielOppenheim.com
https://www.facebook.com/OppenheimFILM/
https://www.realfictionfilme.de/moritz-daniel-oppenheim.html
https://www.fbw-filmbewertung.com/film/moritz_daniel_oppenheim
https://www.juedisches-europa.net/startseite/bald-im-kino-moritz-daniel-oppenheim/
https://www.hentrichhentrich.de/buch-moritz-daniel-oppenheim.html
https://wissenschaft.hessen.de/preistraegerinnen-und-preistraeger-des-hessischen-film-und-kinopreises-2018
https://www.fbw-filmbewertung.com/film/tkumannheim_ juedisches_leben_von_1945_bis_heute

Abraham de Wolf ist seit 25 Jahren Jurist in der Softwareindustrie und Spezialist für die jüdische Wirtschafts- und Sozialethik und für die Religionsfreiheit. Er hält dazu Vorträge und veröffentlicht darüber. Zurzeit beschäftigt er sich intensiv mit der Frankfurter Paulskirche als Ort der Demokratie, ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung für heute.

Zur Person Abraham de Wolf: https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/paulskirche-juden-nicht-vergessen/

Dr. Kerstin von der Krone betreut seit Ende 2019 die Hebraica- und Judaica-Sammlung der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, der mit ca. 350.000 Objekten größten Sammlung ihrer Art in Deutschland. Sie geht auf die Stadtbibliothek Frankfurt zurück und ist eng mit der Frankfurter jüdischen Geschichte verbunden.

Kerstin von der Krone ist Historikerin und Judaistin. Nach dem Studium in Berlin und Tel Aviv wurde sie an der Universität Erfurt promoviert und hat in Braunschweig, Washington, D.C. und Frankfurt am Main geforscht. Ihre wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkt umfassen die moderne jüdische Geschichte, die Geschichte jüdischer Wissenschaft und Bildung sowie jüdische Buch- und Sammlungsgeschichte. An der Universitätsbibliothek leitet und entwickelt sie fachlich einschlägige Projekte, darunter den Fachinformationsdienst Jüdische Studien.

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main ist eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands und verfügt über außerordentliche historische Bestände.

https://www.ub.uni-frankfurt.de/sammlungen/uebersicht.html

Seit mehr als 25 Jahren digitalisiert die Universitätsbibliothek Frankfurt historische Werke, ihre Digitalen Sammlungen umfassen heute mehr als 9 Mio. Seiten.

https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de

Die Sammlung Frankfurt und Alte Drucke verwahrt Objekte zu 1848, einschließlich der in der Podcastfolge erwähnten Sammlungen.

Flugschriftensammlung 1848: https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/1848

Sammlung Riesser: https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/riesser

Informationen, Quellen und Projekte zur Jüdischen Geschichte und Kultur an der Universitätsbibliothek Frankfurt

Hebraica und Judaica Sammlung: https://www.ub.uni-frankfurt.de/judaica/home.html

Digitale Judaica Sammlungen: https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/judaica

Fachinformationsdienst Jüdische Studien (vorrangig an Forschende gerichtet): https://www.jewishstudies.de 

„17 Motive jüdischen Lebens“ – Ein Projekt der Universitätsbibliothek Frankfurt mit Studierenden der Goethe-Universität anlässlich des Festjahres 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: https://17motive.uni-frankfurt.de

Unterrichtsmaterial (PDF) zur Podcast-Reihe „Jüdisches Leben, Geschichte und Kultur in Hessen“

Folge 1: „Kampf um Gleichberechtigung – der jüdische Abgeordnete Gabriel Riesser in der Paulskirche“

Es war die Geburtsstunde der deutschen Demokratie. Am 18. Mai 1848 trat in der Frankfurter Paulskirche erstmals die Deutsche Nationalversammlung zusammen – das erste gesamtdeutsche Parlament. Im Jahr 2023 wurde das 175. Jubiläum dieses Ereignisses in Frankfurt am Main mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit begangen und der Bau eines „Hauses der Demokratie“ im Umfeld der Paulskirche in Aussicht gestellt. Dieses soll an die demokratische Geschichte Deutschlands und Hessens erinnern. Weniger bekannt hingegen ist die Person Gabriel Riessers. Der jüdische Anwalt aus Hamburg setzte sich als Mitglied und späterer Vizepräsident des Paulskirchenparlaments für die rechtliche Gleichstellung der Jüdinnen und Juden ein. Er beeinflusste die Debatten in der Frankfurter Nationalversammlung um die Grundfreiheiten maßgeblich und zeichnet dafür verantwortlich, dass die Religionsfreiheit als Grundfreiheit Eingang in die Paulskirchenverfassung von 1849 fand. Ein guter Grund, dem Engagement Riessers für Demokratie und jüdische Gleichberechtigung die erste Folge unseres Podcast zu jüdischem Leben, Geschichte und Kultur in Hessen zu widmen, um seine Person und die jüdische Emanzipation ins Bewusstsein zu rücken. 
Wer war Gabriel Riesser? Welche Rolle spielte er im Paulskirchenparlament und für die jüdische Emanzipation? Wie sahen ihn seine Zeitgenossen im Spiegel von Karikaturen? Was sagen uns der Lebensweg und die Gedanken Riessers heute angesichts des wachsenden Antisemitismus? Und warum und wie sollten wir an ihn erinnern? Diese und weitere Fragen stellt Gastgeberin Isabel Gathof, Filmemacherin und Medienproduzentin aus Hanau, ihren Gästen Abraham de Wolf und Kerstin von der Krone, die sich intensiv mit dem Leben und Wirken Gabriel Riessers auseinandergesetzt haben. Ein wichtiger Beitrag zum pluralen Erzählen jüdischer Geschichte und Gegenwart und der deutschen Demokratiegeschichte.

Bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung sind folgende Publikationen zum Thema erhältlich: