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Wir folgen in der Podcast-Reihe den Spuren der RAF in Hessen von den ersten Anschlägen der Gruppe im Mai 1972 bis zur Auflösung und zeigen, welche wechselvolle Geschichte das Land Hessen mit der Geschichte der RAF verbindet. Jede Folge der Podcast-Reihe "Die RAF in Hessen" ist bei allen gängigen Podcast-Anbietern abrufbar!

Folge 17: Operation Thunderbolt: Geheimdienst, Kommandoeinsatz und die Lehren f

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartnerinnen: Shelley Harten, Robert Wolff, Annette Vowinckel

Zitator: Nils Thorben Bartling
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum

Timestamps

00:09 – Samstagnacht in Entebbe: Die israelische Kommandoaktion beginnt

01:09 – Rückblick: Was bisher geschah

02:24 – Israels Staatsdoktrin: Kein Unterschied zwischen Zivilisten und Soldaten

04:31 – Der Plan: 3600 Kilometer, ein falscher Mercedes und ugandische Uniformen

07:40 – GSG-9-Gründer Wegener in Entebbe: Das geheime Informationsnetz

09:48 – Der Angriff auf das Terminal

13:25 – Bilanz: 102 Geiseln befreit, Jonathan Netanyahu tot

14:45 – Jonathan Netanyahu: Vom Kommandeur zum israelischen Mythos

18:14 – Entebbe und der Yom-Kippur-Krieg: Kollektive Selbstvergewisserung

22:04 – Die deutsche Perspektive: Was die BRD aus Entebbe lernt

27:58 – Von Entebbe nach Mogadischu: Eine dreistufige Lehre

 

Literatur und Links

Wolff, Robert: Blinde Flecken, Erzählungen, Mythen. Neue Perspektiven auf die Flugzeugentführung nach Entebbe 1976. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 71 (2023), Heft 3, S. 525–555. https://doi.org/10.1515/vfzg-2023-0026

Wolff, Robert: Im Schatten der »Landshut«. Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2024. https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/geschichte/im_schatten_der_landshut-17465.html

Harten, Shelley: Reenactment eines Traumas: Die Entebbe-Flugzeugentführung 1976. Deutsche Terroristen in der israelischen Presse. Marburg: Tectum, 2012.

Vowinckel, Annette: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte (Geschichte der Gegenwart, Bd. 2). Göttingen: Wallstein, 2011.

Wegener, Ulrich / Zander, Ulrike / Biermann, Harald (Hg.): GSG 9 – Stärker als der Terror. 2., überarb. Auflage. Münster: LIT Verlag, o.J

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1976 landet ein israelisches Kommando unbemerkt auf dem Flughafen von Entebbe – und befreit in weniger als einer Stunde über hundert Geiseln. Was wie ein Hollywoodfilm klingt, war das Ergebnis akribischer Planung, geheimdienstlicher Netzwerke und eines entscheidenden Vorteils: Die Israelis kannten das Terminal, weil sie es selbst gebaut hatten. In dieser zweiten Folge unserer Entebbe-Doppelfolge blicken wir hinter die Kulissen der Operation Thunderbolt – und fragen, was der Tod von Kommandeur Jonathan Netanyahu bis heute für die israelische Politik bedeutet, welche Rolle GSG-9-Gründer Ulrich Wegener dabei spielte und warum Entebbe der Schlüssel zu Mogadischu war.

Folge 16: Die Flugzeugentführung nach Entebbe

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Robert Wolff, Annette Vowinckel, Shelley Harten
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum

 

Timestamps Folge 16

00:04 Flug 139: Die Entführung beginnt
00:51 Entebbe und der Frankfurt-Bezug
02:57 Flugzeugentführungen als politische Waffe der 1970er Jahre
05:57 Keine Sicherheitskontrollen: Wie Athen zur Drehscheibe wurde
07:27 Was an Bord von Flug 139 passierte
10:42 Die Selektion im Terminal von Entebbe
14:17 Taktisches Kalkül statt Ideologie? Robert Wolffs These
17:45 Böse und Kuhlmann: Vom Roten Stern Verlag zur PFLP-EO
22:29 Wie Israel und die Bundesrepublik den Terror als gemeinsamen Feind sehen
28:29 Idi Amin: Opportunist, kein Komplize
29:50 Der ugandische Untersuchungsbericht – und Wadi Haddad in Entebbe

 

Literatur und Links

Wolff, Robert: Blinde Flecken, Erzählungen, Mythen. Neue Perspektiven auf die Flugzeugentführung nach Entebbe 1976. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 71 (2023), Heft 3, S. 525–555.

Wolff, Robert: Im Schatten der »Landshut«. Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2024. 

Wolff, Robert: Zwischen persönlicher Schuld und praktischem Internationalismus: Die transnationalen Verflechtungen der Revolutionären Zellen. In: Adrian Hänni / Daniel Rickenbacher / Thomas Schmutz (Hg.): Über Grenzen hinweg. Transnationale politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main: Campus, 2019, S. 281–305.

Harten, Shelley: Reenactment eines Traumas: Die Entebbe-Flugzeugentführung 1976. Deutsche Terroristen in der israelischen Presse. Marburg: Tectum, 2012. 

Vowinckel, Annette: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte (Geschichte der Gegenwart, Bd. 2). Göttingen: Wallstein, 2011.

Vowinckel, Annette: Der kurze Weg nach Entebbe oder die Verlängerung der deutschen Geschichte in den Nahen Osten, in: Zeithistorische Forschungen 1 (2004), S. 236–254.

Ugandischer Untersuchungsbericht zur Entführung von – im Stasi-Unterlagenarchiv Berlin.

Am 27. Juni 1976 entführen vier bewaffnete Täter einen Air-France-Flug nach Entebbe in Uganda – darunter zwei Deutsche aus der Frankfurter Linksszene: Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann. Was folgt, ist eine der dramatischsten Geiselnahmen der 1970er-Jahre. In dieser ersten von zwei Folgen beleuchten wir, wie Flugzeugentführungen zu einer politischen Waffe wurden, was es mit der berüchtigten „Selektion" von Entebbe auf sich hat – und welche Rolle der ugandische Diktator Idi Amin wirklich spielte. Mit Historikerin Annette Vowinckel, Kuratorin Shelley Harten und Historiker Robert Wolff.

Folge 15: §129a und seine Auswirkungen

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Robert Wolff

Musik: Henrik von Holtum

Abmischung: Henrik von Holtum

 

Timestamps

00:00 Einleitung: §129a in Zahlen – heute

00:32 Der Paragraf, der für die RAF erfunden wurde

02:00 Der RZ-Anschlag auf das IG Farbenhaus

04:17 Wie §129a entstand – und wofür er gedacht war

06:33 Das Dilemma der Behörden und der Gruppentatbestand

12:46 Neue Ermittlungsbefugnisse: Überwachung und Untersuchungshaft

14:03 §129a in der Praxis: Ausweitung auf Graffitisprüher

18:44 Otto Schilly: vom RAF-Anwalt zum härtesten Verschärfer

21:46 Daniela Klette und §129a heute

23:34 Aktualität: die Letzte Generation und das Terrorismusetikett

 

Literatur und Links

Robert Wolff: Aufsatz zu §129a: https://www.vr-elibrary.de/doi/10.14220/9783737013291.93

Stammheim-Prozess: https://www.stammheim-prozess.de

Zur Daniela Klette-Verurteilung: Urteil des Landgerichts Verden, Mai 2026

Fast 50 Jahre nach seiner Einführung steht §129a noch immer im Strafgesetzbuch. Der Paragraf wurde in den 1970er-Jahren als Reaktion auf die RAF geschaffen – und sollte eigentlich ein Notfallinstrument sein. Historiker Robert Wolff erklärt, wie §129a funktioniert, warum er die Grenze zwischen Sicherheitspolitik und Einschüchterung von Protest bis heute verwischt – und was Graffitisprüher, Otto Schilly und die Letzte Generation damit zu tun haben.

Folge 14: Ulrike Meinhofs Tod und der Kampf um die Deutungshoheit

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Kevin Lenk

Musik: Henrik von Holtum

Abmischung: Henrik von Holtum

 

Timestamps Folge 14

00:00 Der Morgen in Stammheim

00:42 Suizid oder Mord?

01:18 Die Auffindesituation in der Zelle

02:24 Die RAF reagiert

03:08 Die „Welt“ veröffentlicht die Spaltungsthese

04:16 Warum die Suizidthese eine Katastrophe für die RAF war

05:21 Die Gegenoffensive der RAF-Anwälte

08:03 Die Beerdigung als politische Bühne

08:50 Die Trauerreden und der Streit um Meinhofs Vermächtnis

11:32 Pastor Gollwitzer und die Krise der Linken

12:35 Die Entstehung der „Gegen-Meinhof“

13:42 Die RAF verliert die Deutungshoheit

14:34 „Letzte Texte von Ulrike“ – ein publizistischer Flop

16:25 Der Streit um Brückners Buch

19:56 Die internationale Untersuchungskommission

21:19 Mord oder Selbstmord? Vielleicht die falsche Frage

22:52 Joschka Fischer fordert die Abkehr von der Stadtguerilla

24:37 Meinhof als tragische Identifikationsfigur

25:01 Das entnommene Gehirn und die Pathologisierung der RAF

27:15 Ausblick auf die nächste Folge

 

Literatur und Links:

Lenk, K.: Tod und Gemeinschaft. Die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus 1971–1977, Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2024 (in Druck): https://www.degruyter.com/document/isbn/9783111504377/html?lang=de .

Internationales Komitee zur Verteidigung politischer Gefangener in Westeuropa (Hrsg.): Letzte Texte von Ulrike. Eigendruck im Selbstverlag, 1976. https://socialhistoryportal.org/sites/default/files/raf/0019760600_01_2.pdf

Peter Brückner: Ulrike Meinhof und die deutschen Verhältnisse. Berlin: Klaus Wagenbach, 1976.

Stammheim Protokoll 109. Verhandlungstag https://www.stammheim-prozess.de/109-verhandlungstag/

 

Zeitschriften und Periodika

konkret (Zeitschrift)

Info BUG (Berliner Undogmatischer Gruppen)  / Info HUG (Hamburger undogmatischer Gruppen)

Pflasterstrand (Frankfurter Stadtmagazin)

In dieser Folge geht es um den Tod von Ulrike Meinhof am 9. Mai 1976 in der JVA Stammheim – und um die politische Schlacht um seine Interpretation. War es Suizid oder Staatsmord? Warum wurde genau diese Frage zum Wendepunkt für die RAF und die bundesdeutsche Linke? Gemeinsam mit Historiker Kevin Lenk analysieren wir die Ereignisse, die Beerdigung, die publizistischen Kämpfe und den langfristigen Wandel der linken Debattenkultur.

Folge 13: Operation Müll: Der Abhörskandal um Atommanager Klaus Traube

Shownotes

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Marcel Schmeer und Robert Wolff

Musik: Henrik von Holtum

Abmischung: Henrik von Holtum

 

Timestamps Folge 13

00:00 – Ein Atommanager in der linken Szene: Wer ist Klaus Traube?

01:23 – Neue Staffel: Terror, Politik und die RAF im Jahr 1976

02:18 – Der OPEC-Anschlag: Wie Hans-Joachim Klein ins Zentrum rückt

03:47 – Ein ungewöhnlicher Topmanager: Traubes Lebensstil sorgt für Misstrauen

06:30 – Kontaktschuld: Bekanntschaft mit Terroristen?

14:13 – Der Albtraum der Behörden: Terroristen und Atomkraftwerke

16:30 – „Operation Müll“: Der heimliche Einbruch in Traubes Haus

19:52 – Ein Skandal im Skandal: Geheimdienste überschreiten Grenzen

24:04 – Sicherheit oder Freiheit? Der Staat im Anti-Terror-Modus

32:52 – Der Spiegel enthüllt alles: Wie die Abhöraffäre öffentlich wird

34:07 – Politische Folgen: Bundesinnenminister Werner Maihofer gerät unter Druck

35:20 – Wer hat die Akten geleakt? Die Whistleblower-These

38:33 – Klaus Traube in den Medien: Kampf um seine Rehabilitierung

45:33 – Ein Leben im Schatten des Terrors: Das Stigma der Inge Hornischer

48:50 – Vom Atommanager zum Atomgegner: Traubes zweites Leben

51:23 – Fazit: Kontaktschuld, Überwachungsstaat und politische Folgen

 

Literatur:

Der Minister und die Wanze. In: Der Spiegel, 1977.
https://www.spiegel.de/politik/der-minister-und-die-wanze-a-6020d51e-0002-0001-0000-000040941938

Wolff, Robert: Als er ausstieg, schickte er dem SPIEGEL seinen Revolver. In: Der Spiegel Online, 13.11.2022. https://www.spiegel.de/geschichte/ex-terrorist-hans-joachim-klein-als-er-ausstieg-schickte-er-dem-spiegel-seine-pistole-a-c2a6b45a-d364-4a7c-8d65-2e9409683874

Hans-Joachim Klein: Rückkehr in die Menschlichkeit. Appell eines ausgestiegenen Terroristen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979.

Klaus Traube in: Wolf-Dieter Narr (Hrsg.): Wir Bürger als Sicherheitsrisiko. Berufsverbot und Lauschangriff. Beiträge zur Verfassung unserer Republik. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977.

Jungk, Robert:Der Atom‑Staat. Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit. München: Kindler Verlag, 1977.

 

Ein Atommanager, ein internationaler Terrorist – und eine geheime Abhöraktion. In dieser Folge erzählen wir die Geschichte von Klaus Traube und der Operation „Müll“, einer spektakulären Überwachungsaktion der Sicherheitsbehörden in den 1970er-Jahren. Nach dem OPEC-Anschlag gerät Traube wegen seiner Kontakte in die radikale linke Szene rund um Hans-Joachim Klein und die Frankfurter Anwältin Inge Hornischer ins Visier der Ermittler. Was folgt, ist ein Spionagekrimi: Ein nächtlicher Einbruch, eine geheime Wanze – und später ein politischer Skandal, der bis in die Bundesregierung reicht. 

Folge 12: Die OPEC-Geiselnahme in Wien 1975 – Auswirkungen auf das linksradikale Milieu in Hessen und die Operation Müll

Shownotes

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Thomas Riegler und Robert Wolff

Musik: Olaf Parusel

Abmischung: Duška Roth

 

Timestamps Folge 12

00:00 – Prolog: Wien im Winter 1975

01:13 – Einführung & Thema der Folge

01:32 – Die OPEC: Bedeutung, Mitglieder, Ölkrise

04:23 – Politische Spannungen und Interessen innerhalb der OPEC

05:15 – Libyen, Gaddafi und staatliche Hintermänner

06:16 – Staatlich gelenkter Terrorismus als Strategie

08:30 – Wadi Haddad und der internationale Terrorismus

10:10 – Carlos und das internationale Kommando

12:25 – Der Überfall auf die OPEC-Zentrale

14:40 – Polizeireaktion und erste Todesopfer

17:48 – Verhandlungen, Drohungen und Radiokommuniqué

19:16 – Abflug aus Wien und internationale Odyssee

21:31 – Ende der Geiselnahme und offene Fragen

23:30 – Deutsche Netzwerke und Vorbereitung in Deutschland

25:11 – Rollen im Kommando und Eskalation

26:49 – Hans-Joachim Klein: Wirkung in der Szene

28:13 – Folgen für die linke Szene und politische Debatten

29:32 – Ermittlungen, Ausblick und nächste Folge

 

Literatur:

Riegler, Thomas: Tage des Schreckens. Die OPEC-Geiselnahme 1975 und die Anfänge des modernen Terrorismus. Wien: Selfpublished, 2015. 

Riegler, Thomas: Im Fadenkreuz. Österreich und der Nahostterrorismus 1973–1985. Göttingen: V&R Unipress, 2011. 

Riegler, Thomas: Die OPEC-Geiselnahme in Wien 1975: Eine Analyse 40 Jahre danach. In: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS), Vol. 10, Nr. 1 (2016), S. 44-69.

Klein, Hans-Joachim: Rückkehr in die Menschlichkeit. Appell eines ausgestiegenen Terroristen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1979.

Wien, 21. Dezember 1975: Während einer OPEC-Konferenz stürmen Terroristen die Zentrale, töten mehrere Menschen und nehmen 62 Geiseln. Hinter der Tat stehen internationale Netzwerke, staatliche Interessen und der Kampf um Öl und Macht. Die Folge rekonstruiert die Geiselnahme, ihre politischen Hintergründe und die Rolle deutscher Beteiligter – ein Ereignis mit globalen Folgen.

Folge 11: Die verlorene Ehre der Katharina Blum – Terrorismus, Medien und öffentliche Meinung

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Hanno Balz

Musik: Olaf Parusel

Abmischung: Duška Roth

 

Timestamps Folge 11

00:00 - Karl Carstens attackiert Heinrich Böll

00:27 - Politische Instrumentalisierung und Sensationspresse der 70er

01:49 - Rolle der Medien in der RAF-Geschichte

02:27 - Medienlandschaft der 70er – zwei Lager

03:12 - Zeitungen als politische Waffen

04:08 - Boulevardblätter

04:35 - Springer-Presse und Macht der Schlagzeilen

06:03 - Studentenbewegung, Terrorismus und Medien als Brandbeschleuniger

07:18 - Sensationsjournalismus und Angstlogik

08:34 - Böll über die Gewalt der Worte und moralische Panik

09:20 - Verschwörungserzählung - Verschwörunungspraxis

10:23 - Entstehung und Wirkung des Begriffs „Sympathisant“

11:03 - Bölls Spiegel-Essay: „Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?“

12:41 - Kritik an Bild und Vorverurteilungen

14:27 - „6 gegen 60 Millionen“ – Bölls Versuch zur Deeskalation

16:34 - Eskalation zwischen Böll und Springer

18:01 - Kampagne gegen Böll und Sympathisanten-Diskurs

19:50 - Kontaktschuld und Katharina Blum

21:11 - SPIEGEL-Fortsetzungsroman und politischer Kontext

22:33 - Roman als literarischer Gegenschlag

23:59 - Bestseller, Film und reale Berufsverbote

26:06 - Schlöndorff, von Trotta und die Wirkung des Films

27:37 - Reaktion der Bild und „verlorene Wahrheit“

29:28 - Berufsverbote und Peter Brückner

30:40 - Parallelen heute: Medienkampagne gegen Brosius-Gersdorf

32:00 – Politik und Medien

33:00 - Fazit: Medien, Macht und Moral

 

Literatur:

Böll, Heinrich: Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1974.

Balz, Hanno: Von Terroristen, Sympathisanten und dem starken Staat. Die öffentliche Debatte über die RAF in den 70er Jahren. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2008.

Balz, Hanno: Der lange Schatten der RAF. Wie alte Erklärungsmuster die Diskussionen um den heutigen Terrorismus prägen. In: Kärgel, Jana (Hg.): Terrorismus im 21. Jahrhundert. Perspektiven, Kontroversen, blinde Flecken (Reihe „Zeitbilder“). Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2022, S. 331–346.

Balz, Hanno: Die Rezeption der RAF in Printmedien, Film und Fernsehen. In: Klausing, Caroline / von Wiczlinski, Verena (Hg.): Die RAF – ein deutsches Trauma? Mainz: Landeszentrale für politische Bildung, 2018, S. 132–171.

Balz, Hanno: Die Produktion der „Wahrheit“. Die RAF in den deutschen Medien der 1970er Jahre. In: Zeitgeschichte-online, September 2017, http://www.zeitgeschichte-online.de/thema/die-produktion-der-wahrheit

Film:

Schlöndorff, Volker / von Trotta, Margarethe (Regie): Die verlorene Ehre der Katharina Blum. Bundesrepublik Deutschland, 1975.

In dieser Folge geht es um die Macht der Medien in den 1970er Jahren. Anhand von Heinrich Bölls Roman Die verlorene Ehre der Katharina Blum zeigen wir, wie Boulevardpresse und politische Vorverurteilungen öffentliche Meinung beeinflussten und persönliche Existenzen zerstören konnten. Böll reagiert literarisch auf moralische Panik, Sensationsjournalismus und die Instrumentalisierung von Angst – ein Porträt einer Gesellschaft im Spannungsfeld von Terror, Politik und Medien.

Folge 10: Professionalisierung der Terrorismusbekämpfung – Die Rolle Hessens, Wiesbadens und Horst Herolds BKA

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Andrej Stephan und Robert Wolff

Musik: Olaf Parusel

Abmischung: Duška Roth

 

Timestamps Folge 10

00:00  Einstieg & politische Lage 1975
00:44  Innenministerkonferenz
01:42  Wiesbaden als Zentrum der neuen Terrorismusbekämpfung
02:52  Gründung der Abteilung TE im BKA
03:33  Digitale Pionierarbeit: Das System PIOS
04:18  Analyse statt reine Fahndung - neue Ansätze im BKA
05:37  Horst Herold und die Idee der Datenerfassung
06:08  Lorenz-Entführung als Wendepunkt
07:26  Technischer und personeller Umbruch im BKA
07:57  Rechenzentrum Wiesbaden & Beginn der Digitalisierung
09:20  Siemens-Großrechner und die frühen Computerjahre
10:35  INPOL und das neue Datennetz der Polizei
12:16  Telex als Vorläufer moderner Kommunikation
12:52  Herold-  Reformer und Visionär?
14:23  Neue Generation im BKA - junge, motivierte Ermittler
16:07  Rasterfahndung: Daten als Waffe gegen Terror
17:15  Wie Rasterfahndung funktioniert
18:08  Datenschutz, Überforderung und Herolds Rücktritt
20:30  Bilanz der 70er Jahre im BKA
20:55  Vom analogen Staat zur digitalen Gesellschaft
21:04  Ausblick Folge 11

 

Literatur:

Baumann, Imanuel / Reinke, Herbert / Stephan, Andrej / Wagner, Patrick: Schatten der Vergangenheit. Das BKA und seine Gründungsgeneration in der frühen Bundesrepublik. In: Polizei + Forschung, Sonderband, 25. Januar 2012, 374 S.

Mangold, Hannes: Polizeicomputer. Zur ersten Rechenanlage im BKA und fiktiven Fahndern von Columbo bis CSI. In: Expositionen, 1/2012, S. 35–38.

Mangold, Hannes: Der Fall Fabeyer und die Transformation der Verbrechensbekämpfung um 1967. In: itinera, 40 (2016).

Nach der Entführung von Peter Lorenz 1975 reagiert die Innenministerkonferenz mit neuen Befugnissen für das BKA. In Wiesbaden entsteht die Abteilung „Terrorismus“ – das Herz moderner Fahndung. Diese Folge zeigt, wie Technik, Datenbanken und Horst Herold das BKA verändern und warum die 1970er Jahre zur digitalen Zeitenwende der Sicherheitsbehörden werden.

Folge 9: Vernetzte Gewalt – Die Botschaftsbesetzung in Stockholm, die Entführung von Peter Lorenz und die Rolle der Internationalen Revolutionären Zelle

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Robert Wolff

Musik: Olaf Parusel

Abmischung: Duška Roth

 

Timestamps:

00:00 Einführung in den deutschen Linksterrorismus

01:27 Die internationale Dimension des Linksterrorismus

03:47 Die Rolle der palästinensischen Gruppen

05:50 Die Entführung von Peter Lorenz

14:17 Die Folgen der Lorenz-Entführung

18:17 Die Botschaftsbesetzung in Stockholm

22:45 Internationale Verbindungen der revolutionären Zellen

24:40 Die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit der PFLP

28:15 Logistik und internationale Vernetzung

30:23 Spannungen innerhalb der revolutionären Zellen

33:34 Die Sichtbarkeit der internationalen Kooperation

35:51 Staatliche Akteure und internationale Terrorismus

39:06 Frankfurt als Schlüsselstandort

 

Literatur und Links:

Reinders, R. und Fritzsch, R.: Die Bewegung 2. Juni: Gespräche über Haschrebellen, Lorenzentführung, Knast. Berlin: Ed. ID-Archiv, 1995: https://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/2_juni/

Wolff, R.: Zwischen persönlicher Schuld und praktischem Internationalismus: Die transnationalen Verflechtungen der Revolutionären Zellen. In: Über Grenzen hinweg. Transnationale politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Adrian Hänni, Daniel Rickenbacher, Thomas Schmutz, Frankfurt am Main 2019, S. 281–305.

"Holger, der Kampf geht weiter!", Dokumente und Beiträge zum Konzept Stadtguerilla, Reihe "Gegendrucke", Nr. 1, 1. Auflage 1975 Gaiganz/Oberfranken.

Unsichtbare (Hrsg.): Herzschläge. Gespräch mit Ex-Militanten der Revolutionären Zellen. Berlin: Assoziation A, 2022.

 

In dieser Episode untersuchen wir die Vernetzung der RAF, der Bewegung 2. Juni und der Internationalen Revolutionären Zelle (IRZ) im Jahr 1975, insbesondere im Zusammenhang mit der Botschaftsbesetzung in Stockholm und der Entführung des CDU-Spitzenkandidaten Peter Lorenz. Wir beleuchten, wie diese Aktionen nicht isoliert stattfanden, sondern Teil eines größeren, internationalen Gewaltnetzwerks waren, das auch palästinensische Gruppen einschloss. Die Rolle der IRZ in diesen Ereignissen wird ebenfalls genauer betrachtet, insbesondere im Kontext ihrer Kooperation mit palästinensischen Milizen und der Verstrickung in globale revolutionäre Bewegungen. Diese Episode wirft ein Licht auf die komplexen geopolitischen Verbindungen der RAF und ihrer Verbündeten und zeigt, wie die Gewaltspirale in Deutschland eng mit internationalen Entwicklungen verknüpft war.

Folge 8: Jean-Paul Sartre in Stammheim – Der Erfolg der „Knastkampagne“ und die Restrukturierung der RAF

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Dr. Svantje Guinebert und Robert Wolff

Musik: Olaf Parusel

Abmischung: Fabiana Blasco

 

Timestamps:

0:14 Der Besuch Sartres in Stammheim

1:06 Die PR-Strategie der RAF

2:13 Sartres Philosophie und die RAF

5:44 Der Existenzialismus erklärt

6:37 Sartre als Unterstützer der RAF

8:48 Die Rolle von Erich Fromm

11:50 Sartres persönliche Motivation

14:44 Das Treffen: Sprache und Missverständnisse

16:56 Nach dem Gespräch: Pressekonferenz und Foltervorwürfe

21:10 Reaktionen in Deutschland und Frankreich

26:13 Die Folgen von Sartres Besuch für die RAF

28:18 Ausblick auf die nächste Folge

 

Literatur und Links:

Jeßberger, F. und Schuchmann, I. (Hrsg.): Die Stammheim-Protokolle. Der Prozess gegen die erste RAF-Generation: https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/die-stammheim-protokolle/978-3-96289-127-5.

Terhoeven, P.: Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt, München: C.H. Beck, 2022: https://hlz.hessen.de/publikationen/publikationsverzeichnis/details/die-rote-armee-fraktion/.

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-denker-beim-terroristen-vor-50-jahren-traf-jean-paul-sartre-andreas-baader-ld.1860379

https://www.stammheim-prozess.de

In dieser Episode beleuchten wir den Besuch des französischen Philosophen und Nobelpreisträgers Jean-Paul Sartre in der JVA Stuttgart im Dezember 1974. Warum entschied sich Sartre, den inhaftierten RAF-Terroristen Andreas Baader zu besuchen, und welche politischen und gesellschaftlichen Reaktionen löste sein Besuch aus? Diese Episode erkundet die psychologischen und politischen Spannungen, die Sartres Besuch entfachte, und analysiert die Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Wahrnehmung der RAF in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit.

Folge 7: Holger Meins ist tot! Die Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus und die Auswirkungen auf Hessen

Skripterstellung: Duška Roth, Lorenz Hoffmann und Robert Wolff

Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann

Interviewpartner: Kevin Lenk, Renate Aßmus, Ulrike Fabricius 

Musik: Olaf Parusel

Abmischung: Fabiana Blasco

Timestamps:

00:01 - Zwangsernährung im Gefängnis und RAF in Hessen

02:27 - Tod von Holger Meins und folgende Ereignisse

06:14 - RAF nutzt Haftbedingungen als Propaganda

11:05 - Aktion Winterreise und Mobilisierung in der Linken

12:46 - Juristische Aufarbeitung der Baader-Meinhof-Gruppe

14:32 - Druck und Überwachung der linken Szene

18:29 - “Fabricius-Dudek-Bande” und Hoffnung auf Informationen

22:33 - Dreiteilung der Aktivitäten und Ziele der Aktion Winterreise

24:05 - Ohnmachtserfahrung der Linken und Krise in der Szene

26:02 - Entscheidungspunkt für die Linke und Radikalisierung

28:25 - Ulrike Fabricius in Frankfurt und Abkehr von Radikalisierung

30:07 - Winterreise und Hausdurchsuchung

31:39 - Aktion Winterreise als Zäsur und Druck durch Repressionen

31:53 - Abschluss und Ausblick

Literatur und Links:

Lenk, K.: Tod und Gemeinschaft. Die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus 1971–1977, Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2024 (in Druck): https://www.degruyter.com/document/isbn/9783111504377/html?lang=de .

Terhoeven, P.: Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt, München: C.H. Beck, 2022: https://hlz.hessen.de/publikationen/publikationsverzeichnis/details/die-rote-armee-fraktion/.

https://www.bpb.de/mediathek/video/190754/die-aktion-winterreise-gegen-die-raf/

“Es werden Typen dabei kaputtgehen”, Spiegel 47/1974: https://www.spiegel.de/politik/es-werden-typen-dabei-kaputtgehen-a-605c8de5-0002-0001-0000-000041651325

“Bericht zur Zwangsernährung ZA” von Holger Meins: https://socialhistoryportal.org/sites/default/files/raf/0019741011_5.pdf

Am 9. November 1974 starb Holger Meins während des 3. Hungerstreiks in der Justizvollzugsanstalt Wittlich und wurde posthum zu einem Symbol für den vermeintlichen „Märtyrertod“ im deutschen Linksterrorismus. Diese Folge der Podcastreihe „Die RAF in Hessen“ beleuchtet, wie der Tod von Meins nicht nur die RAF-Anhänger radikalisierte, sondern auch das linke Milieu in Hessen mobilisierte. Duška Roth und der Lorenz Hoffmann sprechen mit dem Historiker Kevin Lenk, der den Tod von Holger Meins und dessen Bedeutung für die radikalen linken Szenen sowie die politische Propaganda der RAF erforscht hat. Die Zeitzeuginnen Renate Assmus und Ulrike Fabricius berichten von den spontanen Protesten und dem Gefühl der Empörung, das die Szene erfasste. Auch die „Aktion Winterreise“, eine bundesweite Fahndungsaktion, die das linke Milieu insbesondere auch in Hessen ins Visier nahm, wird thematisiert und zeigt, wie der Staat auf die Eskalation reagierte.

Bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung sind folgende Publikationen zum Thema RAF erhältlich: