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Antisemitismus auf der documenta fifteen

Die documenta fifteen ist zu Ende. Die weltweit bedeutendste Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst wurde bereits seit Beginn des laufenden Jahres von Vorwürfen im Zusammenhang mit Antisemitismus und Antizionismus begleitet. Die Kritik richtete sich insbesondere gegen das Künstlerkollektiv ruangrupa, das im Februar 2019 als künstlerische Leitung der documenta fifteen ernannt wurde.

ruangrupa besteht aus einem festem Kern von 10 Künstlerinnen und Künstlern, und zählt insgesamt rund 80 Zugehörige, unter anderem Journalistinnen und Journalisten, Architektinnen und Architekten sowie Videokünstlerinnen und Videokünstler. Die indonesische Künstlergruppe aus Jakarta, die im Jahr 2000 gegründet wurde, beteiligte sich in der Vergangenheit an verschiedenen Ausstellungen wie der Gwangju Biennale (2002, 2018), der Istanbul Biennale (2005), der Asia Pacific Triennial of Contemporary Art der Queensland Art Gallery in Brisbane (2012), der Singapore Biennale (2011) und der Biennale von São Paulo (2014). Das indonesische Wort „ruangrupa“ lässt sich mit „Raum der Kunst“ oder „Raumforum“ übersetzen.

So warnte das Kasseler Bündnis gegen Antisemitismus bereits im Januar davor, dass das kuratierende Künstlerkollektiv israelfeindliche, antisemitische und BDS-sympathisierende Organisationen in die Ausstellung mit einbinde und deren politischen Positionen so eine Bühne bereite, auf der sie unter Berufung auf die Kunstfreiheit ein breites „westliches“ Publikum erreichen könnten.

Die BDS-Bewegung ruft seit ihrer Gründung 2005 – der Selbstbezeichnung „Boycott, Divestment and Sanctions“ entsprechend – zum vollständigen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Boykott des Staates Israel auf. 
In dem am 17.05.2019 vom Bundestag angenommenen Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ wird die BDS-Kampagne als antisemitisch eingestuft und verurteilt. Weiterhin beschloss der Bundestag, keine Projekte finanziell zu fördern, die zum Boykott Israels aufrufen oder die die BDS-Bewegung aktiv unterstützen, sowie der BDS-Bewegung keine unter Bundesverwaltung stehenden Räumlichkeiten und Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Mit Ausstellungsbeginn am 18. Juni wurde der Gehalt der im Vorfeld erhobenen Vorwürfe öffentlich sichtbar: Im Mittelpunkt der Debatte stand anfangs eine Bilderserie, aus der das Bild mit dem Titel „Guernica Gaza“ der Künstlergruppe „Eltiqa“ entstammt. Picassos weltberühmtes Gemälde, das als Referenzpunkt für das Kunstwerk ausgewählt wurde, entstand 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica durch einen deutsch-italienischen Luftangriff im Rahmen des spanischen Bürgerkrieges, der die dortige Zivilbevölkerung in besonderem Maße traf. Dies impliziert eine Gleichsetzung der Angriffe der faschistischen deutsch-italienischen Luftwaffe gegen die spanische Zivilbevölkerung mit dem Umgang Israels mit der im Gaza-Streifen ansässigen Bevölkerung.

ruangrupa selbst erkennt in der Debatte zunächst den Versuch, das Künstlerkollektiv aufgrund seiner Herkunft zu delegitimieren, und beruft sich auf die eigene Kolonialgeschichte, in deren Kontext ihre Werke zu verstehen seien.

Was folgte, war eine komplexe, noch andauernde öffentliche Debatte über Antisemitismus, Kolonialismus, die Singularität der Shoa sowie die Position eines sogenannten „Globalen Südens“. Die Entscheidungsprozesse, Zuständigkeiten und Abläufe hinter den Kulissen der documenta fifteen sind für die Öffentlichkeit kaum nachvollziehbar. Anstatt weiterhin lediglich nach persönlichen Verantwortlichkeiten für den Eklat zu suchen, sollten Vorgeschichte und Chronologie der Geschehnisse rund um die Ausstellung aus Sicht der politischen Bildung zur Grundlage einer Reflexion über Erinnerungskultur und Antisemitismus dienen, auf deren Basis eine tiefergehende Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Formen der Judenfeindlichkeit und Maßnahmen zu deren Bekämpfung und Prävention möglich ist. Hierbei ist entscheidend, dass sich die Verantwortung bei der Umsetzung dieser Ziele keinesfalls auf die betroffene jüdische Minderheit beschränkt, sondern dass es sich vielmehr um eine gesamtgesellschaftlich verstandene Aufgabe handelt. Eine hierfür grundlegende Chronologie der Vorfälle soll nun folgen.

•    Juli 2018: Die Zusammensetzung der Findungskommission wird bekanntgegeben, die den Kurator der documenta fifteen benennen soll. Ab 01.09.2018 übernimmt Sabine Schormann die Leitung des Gremiums.

•    22.02.2019: Die Findungskommission benennt einstimmig das Künstlerkollektiv ruangrupa aus Indonesien als Kuratoren für die documenta fifteen. Die Wahl sei auf ruangrupa gefallen, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, das über ein reines Kunstpublikum hinausgehe, und um dem kollektiven Ansatz der Gruppe eine Bühne zu verschaffen. Das Kollektiv legt der documenta fifteen das sogenannte „lumbung“-Konzept zugrunde. 

lumbung“ ist das indonesische Wort für Reisscheune, die der Lagerung von überschüssigen, der Gemeinschaft zur Verfügung gestellten Lebensmitteln dient, und steht somit für Zusammenarbeit, nachhaltigen Ressourcenaufbau und gerechte Verteilung.

•    Januar 2022: Das Kasseler Bündnis gegen Antisemitismus wirft ruangrupa vor, israelfeindliche, antisemitische und BDS-sympathisierende Organisationen in die Ausstellung und deren Planung einzubinden und so deren Positionen zu verbreiten. Das Künstlerkollektiv wiederum sieht in diesen Vorwürfen einen rassistisch motivierten Versuch, es aufgrund seiner Herkunft zu delegitimieren. Auch der Zentralrat der Juden kritisiert die documenta fifteen bereits im Vorfeld: Daran, dass keine israelischen Künstler vertreten seien, sei bereits das Wirken der Boykottbemühungen des BDS mit dem Ziel der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Isolation Israels zu erkennen.

•    16.01.2022: Kulturstaatsministerin Claudia Roth kündigt an, den Antisemitismusvorwürfen nachzugehen. Christian Geselle, der documenta-Aufsichtsratsvorsitzende und Kasseler Oberbürgermeister, wiederum will einen „Eingriff in die künstlerische Freiheit“ verhindern, den es „nur bei Überschreitung roter Linien“ geben dürfe.

•    19.01.2022: In einer Stellungnahme der documenta zu den Antisemitismus-Vorwürfen bekennt diese sich zu der aus der deutschen Geschichte erwachsenen besonderen Verantwortung und gegen jegliche Form von Antisemitismus.

•    11.04.2022: Die documenta kündigt eine dreiteilige Online-Gesprächsreihe mit dem Titel „We need to talk! Art-Freedom-Solidarity“ für den Mai an. Thema soll die „Rolle von Kunst und Kunstfreiheit angesichts von wachsendem Antisemitismus, Rassismus und zunehmender Islamophobie“ sein.

•    04.05.2022: Es wird öffentlich, dass die Veranstaltungsreihe nicht umgesetzt wird. Aus Sicht der documenta solle die Ausstellung zunächst für sich sprechen, die Vorstellung einer multiperspektivischen Gesprächsreihe dann während der laufenden Ausstellung wieder aufgegriffen werden.

•    18.06.2022: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übt bei der Eröffnungsfeier Kritik am Fehlen jüdisch-israelischer Beiträge, eine Infragestellung an der Existenz Israels sei „nicht hinnehmbar“.
Steinmeier wird in deutschen Leitmedien dafür kritisiert, der Spiegel schreibt, selten sei eine Rede „so verunglückt“ gewesen.

•    20.06.2022: Gegenstand der Debatte wird das dreiteilige Banner mit Titel „People´s Justice“, das erstmals im Jahre 2002 vom indonesischen Kollektiv Taring Padi ausgestellt wurde. Zu sehen sind eine Figur mit Schläfenlocken, blutunterlaufenen Augen, Reißzähnen und Hut mit SS-Runen sowie ein Soldat mit Schweinsgesicht, Halstuch mit Davidstern und Helm mit Aufschrift „Mossad“.

•    21.06.2022: Das Kunstwerk wird zunächst abgedeckt und anschließend nach anhaltender Debatte entfernt. Meron Mendel, Leiter der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, wird als externer Experte für Antisemitismus eingesetzt, der in Gesprächen mit der künstlerischen Leitung und dem Aufsichtsrat der documenta über den Umgang mit den Antisemitismus-Vorwürfen und das weitere Vorgehen beratend zur Seite stehen soll.

•    23.06.2022: Veröffentlichung einer schriftlichen Entschuldigung des Künstlerkollektiv, in der eine systematischer Untersuchung der Werke auf antisemitische Bezüge angekündigt wird.

•    06.07.2022: Ade Darmawan, Mitglied von ruangrupa, spricht vor dem Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestags. Die antisemitische Bildsprache des Banners sei einerseits aufgrund von technischen Problemen beim Aufbau und andererseits aufgrund der Kolonialgeschichte Indonesiens unerkannt geblieben. Er erklärt, dass niederländische Offiziere antisemitische Stereotype auf die chinesische Minderheit in Indonesien übertragen hätten. Ziel dessen sei ein „Gegeneinander-Ausspielen verschiedener Gruppen nicht-weißer Menschen“ innerhalb der indigenen Bevölkerung gewesen.
Bereits im Vorfeld der Ausstellung ist in vielen Pressebeiträgen zunächst lobend hervorgehoben worden, dass mit der Benennung des Kollektivs ruangrupa für die künstlerische Leitung erstmals einer Perspektive aus dem sogenannten „Globalen Süden“ eine Plattform auf der documenta geboten wird. Im Rahmen des Antisemitismus-Eklats wurde eben dieser Blick aus dem „Globalen Süden“ sowie die mit einigen zu dieser konstruierten Staatengruppe gehörigen Länder verbundene Kolonialgeschichte sowohl von ruangrupa selbst als auch von einigen Pressevertretern zur Erklärung für die Verwendung antisemitischer Bildelemente gemacht. Ein solch binäres Denken vom „Globalen Süden“ gegenüber dem „Kolonialen Norden“ in den Strukturen des Kalten Krieges steht im Gegensatz zu einem differenzierten, den pluralistischen Gesellschaften gerecht werdenden Blick und ist somit aus Sicht der politischen Bildung nicht hinnehmbar. Wie Studien der Anti-Diffamierungs-Liga zeigen, existiert eine homogene Perspektive des sogenannten „Globalen Südens“ mit Blick auf Antisemitismus nicht: Während 22 % der indonesischen Bevölkerung antisemitische Tendenzen aufweisen, zeigen nur 3 % der Bevölkerung auf den Philippinen antisemitische Denkmuster. 

•    08.07.2022: Meron Mendel beendet seine Tätigkeit als externer Experte und kritisiert Generaldirektorin Schormann: Er vermisse „den ernsthaften Willen, die Vorgänge aufzuarbeiten und in einen ehrlichen Dialog zu treten“.

•    16.07.2022: Nach andauernden Forderungen tritt Sabine Schormann als Generaldirektorin zurück. Ihr Nachfolger wird Alexander Farenholtz, vormaliger Verwaltungsdirektor der Kulturstiftung des Bundes. Er war bereits Geschäftsführer der documenta, nämlich bei der neunten Ausgabe, die im Jahr 1992 stattfand.

•    01.08.2022: Der Aufsichtsrat und die Gesellschafter der documenta, die Stadt Kassel und das Land Hessen, stellen ein siebenköpfiges Gremium vor, das eine fachwissenschaftliche Begleitung und Beratung leisten soll. An der Spitze des Gremiums steht die Friedens- und Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff, die als Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität Frankfurt tätig ist. Die kuratorische Verantwortung verbleibt bei ruangrupa.

•    19.08.22: Der Künstler Hamja Ahsan, dessen Werke auf der documenta ausgestellt werden, beschimpft Bundeskanzler Olaf Scholz auf Facebook als „faschistisches Schwein“, nachdem letzterer angekündigt hatte, die documenta wegen des Antisemitismus-Eklats nicht zu besuchen. Die documenta verwehrt Ahsan daraufhin weitere Auftritte auf der Ausstellung, seine Werke dürfen weiterhin gezeigt werden.

•    26.08.22: Es wird bekannt, dass in einem Faksimile einer 1988 in Algier erschienenen Broschüre Darstellungen des syrischen Künstlers Burhan Karkoutly zu sehen sind, die israelische Soldaten im Rahmen einer antisemitischen Bildsprache zeigen. Das „American Jewish Committee“ fordert daraufhin den Abbruch der documenta.
Documenta-Geschäftsführer Alexander Farenholtz erklärt, die Broschüre werde von der künstlerischen Leitung als Archivmaterial mit dokumentarischem Charakter eingestuft und könne deswegen weiterhin ausgestellt werden.

•    10.09.22: In einer Presseerklärung fordert das zur fachwissenschaftlichen Beratung eingesetzte Gremium, die Filmvorführung mit dem Namen „Tokyo Reels Film Festival“ zu stoppen. Es handele sich um eine "Kompilation von pro-palästinensischen Propagandafilmen" mit antisemitischen und antizionistischen Einschlägen, die wegen ihres enormen Agitationspotential noch gefährlicher seien als das bereits entfernte Banner „People´s Justice“. Der documenta wird vorgeworfen, Bühne politischer Propaganda zu sein und sich einseitig im israelisch-arabischen Konflikt zu positionieren.

•    13.09.22: Die Gesellschafter der documenta entschließen sich, die „Tokyo Reels“ bis auf weiteres nicht mehr zu zeigen. In einem von den Künstlern unterzeichneten Dokument wird dem Expertengremium daraufhin rassistisch motivierte Zensur vorgeworfen.

•    15.09.2022: Die Findungskommission spricht in einer Stellungnahme ihre Unterstützung für ruangrupa aus, die ihren lumbung-Prinzipien „trotz Angriffen auf ihre Integrität treu geblieben“ seien. Sie stehe weiterhin hinter der Entscheidung, das indonesische Künstlerkollektiv für die künstlerische Leitung nominiert zu haben.

•    16.09.2022: In einer gemeinsamen Erklärung schließen sich Aufsichtsrat und Gesellschafter der documenta sowie die Museum Fridericianum GmbH der Empfehlung des Gremiums zur fachwissenschaftlichen Beratung an und sprechen sich ebenfalls dafür aus, die „Tokyo Reels“ nur noch zusammen mit einer kritischen Kontextualisierung zu zeigen. Sollte diese nicht von Seiten der künstlerischen Leitung zur Verfügung gestellt werden, so behielten es sich die Gesellschafter vor, eine Einordnung der Inhalte außerhalb der Ausstellungsräume anzubieten.

Deutlich wird an der Chronologie, dass es sich von der Konzeptionsphase der documenta fifteen bis zu ihrem Ende am 25. September 2022 um eine hochkomplexe und komplizierte Gemengelage gehandelt hat, bei der verschiedene Akteurinnen und Akteure zu Wort kamen, politische Statements abgegeben und konträre Meinungen bezogen wurden. Eine plurale Debatten- und Diskurskultur ist der Kern unserer parlamentarischen Demokratie. Wenn aber in Kunstwerken tradierte antisemitische Stereotype, Entmenschlichungen und Minderheiten exkludierende Bildsprachen zu finden sind, ist der Rahmen legitimer Kritik auch bezüglich der demokratisch weitgefassten Kunstfreiheit überschritten. 

Wichtig ist es, sich im Kontext von politischer Bildung auch mit der Frage nach der Berichterstattung über die Vorfälle medienkritisch auseinanderzusetzen. In einem Großteil der journalistischen Beiträge sind in Großdarstellungen die antisemitischen Bildelemente abgebildet. Dadurch werden millionenfach die im Bild intendierten antisemitischen Stereotype reproduziert. Medienkompetenz, speziell im Erkennen von diskriminierenden und menschenfeindlichen Bildern, Memes und Bildzusammenstellungen, aber auch im Kontext von Verschwörungsmythen und Fake News, ist ein wichtiger Ansatz aktueller politischer Bildung.

Ein Meme ist ein kreativer Inhalt, meist ein Foto oder kurzes Video, der online verbreitet wird. Memes sind meistens humoristisch, manchmal auch satirisch und gesellschaftskritisch. Es kann sich um selbst erstellte Werke handeln, aber auch um montierte oder aus dem ursprünglichen Kontext gerissene Fotografien, Zeichnungen, Animationen oder Filme von Dritten.

Der Ausbau verschiedener Formen von Medienkompetenz sollte auch nicht nur auf den Bereich der Kinder- und Jugendbildung beschränkt, sondern als gesamtgesellschaftliche und lebenslange Herausforderung anerkannt und ernst genommen werden.

Warnungen und Befürchtungen bezüglich möglicher antisemitischer Kunstinhalte wurden, obwohl sie frühzeitig von verschiedenen jüdischen, deutsch-israelischen und anderen Institutionen öffentlich vorgetragen wurden, bis zur Eröffnung der documenta fifteen nicht ernst genommen. Die Einsetzung eines wissenschaftlichen Expertenrates zur Aufarbeitung und Klärung der Antisemitismusvorwürfe unter der Leitung von Nicole Deitelhoff erfolgte erst, als sich die Konflikte und Debatten stark zugespitzt hatten. Hier ist die politische Bildungsarbeit in der Pflicht, sich dem Thema Antisemitismus breit gefächert zu widmen und dafür zu sensibilisieren, dass Antisemitismus viele Gesichter hat und in allen politischen Strömungen auftreten kann. Der Hinweis auf und die Bekämpfung von Antisemitismus ist nicht Aufgabe jüdischer Gemeinden, Institutionen und Einzelpersonen allein, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Um Antisemitismus wirkungsvoll entgegenzutreten, muss er in seinen verschiedenen Erscheinungsformen erkannt und seine Wirkmechanismen verstanden werden Der Kampf gegen Antisemitismus in jeder Form muss daher als gesamtgesellschaftliches Problem und Herausforderung verstanden werden.