„Wo hatte man eine solche Entwürdigung verdient? So begegnete man keinem Vieh.“
Mittelhessische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück
Von Mittelhessen aus betrachtet, erscheint uns Ravensbrück heute sehr weit weg. Es ist ein kleiner Ort irgendwo in Brandenburg. Was hat Ravensbrück mit Gießen, Wetzlar oder Friedberg zu tun? In Ravensbrück bei Fürstenberg an der Havel befand sich in der NS-Zeit ein Frauen-Konzentrationslager, in dem unter anderem viele Frauen aus Mittelhessen interniert waren. Dieser Verbindung zwischen Mittelhessen und dem KZ Ravensbrück geht die Ausstellung nach.
Diese konnte im Sommer 2023 durch die Förderung des Kulturamts der Stadt Gießen, der Gießener Hochschulgesellschaft und dem Fachbereich 03 der Justus-Liebig-Universität realisiert werden. Seither tourt sie als Wanderausstellung durch ganz Hessen.
Download und Ausleihe
Der Ausstellungskatalog steht über die Hessische Landeszentrale für politische Bildung kostenloszum Download bereit.
Die Wanderausstellung „Mittelhessische Frauen im KZ Ravensbrück“ kann kostenlos bei dem Medienzentrum Gießen-Vogelsberg unter verleih@mzgivb.de ausgeliehen werden.
Es besteht die Möglichkeit die Ausstellung in 22 Roll-Ups oder in einer Plakatversion aus 22 Plakaten auszuleihen.
Die Ausstellung ist aufgrund der Textlastigkeit für Altersgruppen ab der 9. oder 10. Klasse geeignet. Sie enthält, genau wie der Ausstellungskatalog, keine gewaltvollen Fotos oder Bilder. Sie ist sowohl für Schülerinnen und Schüler, die außerschulische politisch-historische Bildung, als auch für alle interessierten Erwachsenen nutzbar.
Der Ausstellungskatalog stellt, analog zur Ausstellung, die Lebens- und Verfolgungsgeschichten von zwölf Frauen und einem Mann dar, die in Mittelhessen gelebt haben und in der NS-Zeit verfolgt und zwangsweise in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurden.
Der Katalog, herausgegeben von Randi Becker und Michelle Damm, kann und soll als Unterrichtsmaterial dienen: Mit den Biografien lassen sich die Verfolgungen unterschiedlicher Gruppen im Nationalsozialismus, etwa Jüdinnen, Sintizze, politisch Verfolgte oder als „asozial“ Verfolgte an konkreten Beispielen nachvollziehen. Durch das Quellenmaterial, wie Fotos, Aktenauszüge oder Häftlings-Personal-Karten ergeben sich Gesprächsanlässe über das KZ-System, die NS-Sprache, unterschiedliche Verfolgtengruppen, die lokale und juristische Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus und viele mehr.
Die Quellen, die jeder Biografie anhängen, machen es Lehrkräften möglich, bei Interesse an einer konkreten Biografie auch das Originalmaterial zu sichten und mit den Schülerinnen und Schülern zu bearbeiten. Denn alle genutzten Quellen sind öffentlich zugänglich und für Lehrkräfte und Forschende nutzbar.
Kontakt für weitere Informationen:
Claudia Stul
Fachbereich I – Politisch-historische Zusammenhänge
Referat I/1 – Gedenkstätten/ Rechtsextremismus/ Antisemitismus
E-Mail: claudia.stul@hlz.hessen.de