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Ausstellung: Hebammen in Hessen – Gestern und Heute

Hebammen sind für schwangere Frauen, Gebärende, Wöchnerinnen und Neugeborene unersetzlich. Bis in die 1950er Jahre überwogen, vor allem auf dem Land, noch die Hausgeburten, Ende 2018 machten sie in Hessen nur noch 1-2 % aus. Es fällt vielen Schwangeren daher zunehmend schwerer, eine Hebamme zu finden, die sie während der Schwangerschaft und der Geburt sowie in der Wöchnerinnenzeit begleitet. 

Von der talentierten Kühhirtin, über Lehrgänge an Gebäranstalten bis hin zum Studium der Hebammenkunde

Hatte um 1900 noch fast jedes Dorf seine eigene Hebamme, beträgt ihre Zahl aktuell um die 1500  bei einer Einwohnerzahl in Hessen von annähernd 6,3 Mio. 

Viele freiberufliche Hebammen betreuen wegen der hohen Haftpflichtversicherung keine Geburten mehr. Darüber hinaus ist die Zahl der hessischen Krankenhäuser mit einer geburtshilflichen Abteilung seit Jahren rückläufig. Zwischen 2008 und 2018 ging sie in Hessen von 67 Häusern auf 50 zurück.

Im Laufe der Jahrhunderte ist der Anspruch an diesen Beruf enorm gewachsen: Von einer „talentierten“ Kuhhirtin, über Lehrgänge an „Gebäranstalten“ bis hin zu den Studiengängen „Hebammenkunde“ heute.
 
Die Ausstellung Hebammen in Hessen – Gestern und heute möchte über einen der ältesten Frauenberufe informieren. Sie möchte Einblicke in Geschichte und Gegenwart von Hebammen auf dem Land geben, den neuen Studiengang Hebammenkunde vorstellen und Projekte für schwangere Frauen bei der aufwändigen Suche nach einer Hebamme aufzeigen.

  • Die Ausstellung ist bis zum 12. Juni im Schloßmuseum Romrod zu sehen.
  • Öffnungszeiten: Freitags 15-18 Uhr, Samstags 15-17 Uhr, Sonntags 14-16 Uhr und nach Vereinbarung.
  • Die Corona-Regeln sind einzuhalten.
  • Der Eintritt und die Teilnahme an den beiden Veranstaltungen ist kostenlos. ­


Ausstellungseröffnung am Sonntag 8. Mai, 15.00 Uhr 

Vortrag: Prof. Dr. Marita Metz-Becker:

Wandel der Gebärkultur in Deutschland am Beispiel des Hebammenberufes
Schaut man auf den Hebammenberuf, so geht es immer um einen besonderen Frauenberuf mit einer langen und wechselvollen Geschichte. Der Beruf der Hebamme berührt aber auch auf besondere Weise unsere Gegenwart. In den letzten Jahren überschlugen sich die Nachrichten geradezu. Von extrem hohen Versicherungskosten ist die Rede und vom Aufgeben vieler Hebammen, für die sich die Freiberuflichkeit nicht mehr rechne. Dazu kommt, dass wohnortnahe Entbindungseinrichtungen schließen, so dass Geburten zunehmend in Kliniken der Maximalversorgung stattfinden. Der Vortrag nimmt die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Gebärkultur in Deutschland in den Blick und versucht, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu diskutieren. 

Grußworte: Ehrenbürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg
                   Horst Blaschko, Vorsitzender Heimat- und Kulturverein Romrod
                   Dr. Monika Hölscher, Hessische Landeszentrale für politische Bildung

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Vortrag am 20. Mai, 18 Uhr

Vortrag: Dr. Götz Hartmann

Geboren in ein bedrohtes Leben: Kinder außerhalb der NS-»Volksgemeinschaft«. 
Die Mütterfürsorge des nationalsozialistischen Regimes war nur für Deutsche gedacht. Frauen und ihren Kindern, die nicht zur „Volksgemeinschaft“ gezählt wurden, blieb sie vorenthalten. Ausgehend von zwei exemplarischen Lebensgeschichten schildert der Vortrag das Schicksal osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen, die während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland schwanger wurden und ihre Kinder im Säuglingsalter verloren. Außerdem wird der Umgang deutscher Stellen mit den Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen nach 1945 beleuchtet.

Datum:
08.05.2022 - 12.06.2022
Veranstaltungsort:
Schlossmuseum Romrod, Alsfelder Straße 1
Veranstalter*in:
Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. | Landesverband Hessen, Kommunale Frauenbeauftragte der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heimat- und Kulturverein Romrod