Datum Uhrzeit Veranstaltung Ort
25. Okt. 2021 – 26. Nov. 2021
ganztägig
Stadtallendorf
ganztägig Hebammen in Hessen – Gestern und Heute

Ausstellungseröffnung Stadthalle Stadtallendorf
Seit Jahren nimmt die Zahl der Hebammen auf dem Land ab. Dies hängt vorrangig mit den extrem hohen Versicherungssummen für diese Berufsgruppe zusammen, die freiberufliche Tätigkeit und einen Lebensunterhalt fast unmöglich machen. Durch Kosteneinsparungen und s.g. Fallpauschalen im Gesundheitswesen, hier vor allem der Krankenhäuser, werden zudem immer mehr Geburtsstationen in Kliniken, vor allem auf dem Land, geschlossen, so dass schwangere Frauen genötigt sind, immer längere Wege in ein Krankenhaus zurücklegen zu müssen, was nicht ganz ohne Gefährdung der Schwangeren und ihres ungeborenen Kindes verbunden ist. In manchen Landkreisen in Hessen gibt es keine Geburtsstationen mehr.

Stadtallendorf
25. Okt. 2021
18:00
Stadtallendorf
18:00 Wandel der Gebärkultur in Deutschland am Beispiel des Hebammenberufes

Vortrag von Prof. Dr. Marita Metz-Becker
Schaut man auf den Hebammenberuf, so geht es immer um einen besonderen Frauenberuf mit einer langen und wechselvollen Geschichte. Der Beruf der Hebamme berührt aber auch auf besondere Weise unsere Gegenwart. In den letzten Jahren überschlugen sich die Nachrichten geradezu. Von extrem hohen Versicherungskosten ist die Rede und vom Aufgeben vieler Hebammen, für die sich die Freiberuflichkeit nicht mehr rechne. Dazu kommt, dass wohnortnahe Entbindungseinrichtungen schließen, so dass Geburten zunehmend in Kliniken der Maximalversorgung stattfinden. Der Vortrag nimmt die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Gebärkultur in Deutschland in den Blick und versucht, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu diskutieren.

Stadtallendorf
27. Okt. 2021 – 29. Okt. 2021
ganztägig
Frankfurt am Main
ganztägig Diversität und Gleichheit - Die Methode des Adam-Instituts

Betzavta-Basismodul
Betzavta (hebräisch für: Miteinander) ist ein Programm zur Demokratie-, Toleranz- und Menschenrechtsbildung aus der israelischen Friedensbewegung. Die Methoden folgen einem erlebnisorientierten Ansatz, bei dem es um das direkte Erfahren und Begreifen eines demokratischen Miteinanders geht – gesellschaftlich wie im persönlichen Umgang. Gearbeitet wird bewusst mit Konfliktsituationen, Dilemmata und dem reflektierenden Blick auf die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Beteiligten. Im Basisseminar „Diversität und Gleichheit“ setzen wir uns mit persönlichen Diversitäts-Merkmalen sowie den damit verbundenen Beteiligungschancen in der Gesellschaft auseinander. Damit verbundene Privilegien und Power-Relations werden reflektiert. So werden Widerspruchstoleranz und Konfliktkompetenz gefördert. Wir lernen das Konzept als Gesamtgruppe anhand von Aktivitäten kennen. Das Angebot richtet sich an Pädagog/innen, Multiplikator/innen und Jugendarbeiter/innen.

Frankfurt am Main
28. Okt. 2021
19:00
Darmstadt
19:00 Benno Joseph – Einsatz für seine Mitmenschen bis zum Schluss (Teil 2)

Referentin: Dietlinde Kling, Arbeitskreis Stolpersteine Darmstadt
Benno Joseph war ein allseits geachteter Rechtsanwalt. 1939 wurde er als sogenannter Rechtskonsulent zur Vertretung jüdischer Mandanten verpflichtet. Am 11. Februar 1943 wurden er und seine Frau zusammen mit den letzten in Darmstadt verbliebenen Juden nach Theresienstadt deportiert und ermordet.

Darmstadt
03. Nov. 2021
19:30 – 21:00
19:30 – 21:00 Da stimmt doch was nicht… – Verschwörungsmythen um den 11. September

Vortrag von Dr. Holm Gero Hümmler
Die Terroranschläge des islamistischen Netzwerkes Al Kaida am 11. September 2001 erschütterten die Welt. Auch nach dem Abschluss der letzten Ermittlungen bieten die Ereignisse Anlass zu einem Geflecht verbreiteter und politisch besonders brisanter Verschwörungsmythen. Neben politischen Spekulationen stützen sich deren Vertreter vor allem auf technische Einwände gegen die offiziellen Erklärungen vieler Ereignisse. So hätten am World Trade Center nach diesen Behauptungen die Zwillingstürme nicht senkrecht und das Gebäude 7 überhaupt nicht einstürzen dürfen. Am Pentagon hätte man ein abgestürztes Flugzeug finden müssen, und überdies müsse es der amerikanischen Flugabwehr möglich gewesen sein, die entführten Flugzeuge abzuschießen. Kann also tatsächlich etwas nicht stimmen an den offiziellen Berichten zum 11. September – oder doch eher an diesen Argumenten?
Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Sündenböcke und einfache Wahrheiten: Verschwörungsmythen in Geschichte und Gegenwart“

04. Nov. 2021
19:00
Darmstadt
19:00 Freund ohne Freunde – Das Leben des Dr. Fritz Julius Freund (Teil 3)

Referentin: Dr. Elisabeth Kimmel, Autorin der Biografie über Fritz Freund, Arbeitskreis Stolpersteine Darmstadt
Dr. Fritz Freund, ein angesehener Anwalt in Darmstadt, zog 1936 unter dem Druck der Verhältnisse nach Berlin. Von dort wurde er in das KZ Theresienstadt und 1944 nach Auschwitz verschleppt.

Darmstadt
06. Nov. 2021
9:00 – 16:00
Eltville im Rheingau
9:00 – 16:00 Der Rheingau als Kulturlandschaft zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik

Wissenschaftliche Tagung in Kloster Eberbach am 6. November 2021
Die Tagung „Der Rheingau als Kulturlandschaft zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik“ wird gemeinsam von der Stiftung Kloster Eberbach, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Hessischen Landesarchiv veranstaltet. Sie richtet sich sowohl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Der Rheingau gehört traditionell zu den wichtigsten deutschen Anbaugebieten für Qualitätswein und wird ganz wesentlich durch den Weinanbau und den Weinhandel geprägt. Gleichwohl steht das 20. Jahrhundert für einen strukturellen Wandel der Region: Der wachsende Tourismus, neue Verkehrswege, die Entstehung mittelständischer Betriebe und die Ansiedlung der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Region stark verändert. Die Tagung fragt nach den Umbrüchen des Rheingaus im 20. Jahrhundert und konzentriert sich dabei auf die Rolle des Weinbaus für die Region.

Eltville im Rheingau
10. Nov. 2021 – 02. Dez. 2021
19:30 – 21:00
19:30 – 21:00 Wer ist schuld? Verschwörungsmythen in den Künsten

Vortrag von Prof. Dr. Norbert Abels
Wer trug Schuld am Tod von Wolfgang Amadeus Mozart? Kaum auszuloten ist die Vielzahl all jener Verschwörungsmythen über das Ende des Tonsetzers. Alexander Puschkins Drama „Mozart und Salieri“, vertont von Rimski-Korsakow, ist dafür nur ein Beispiel. Büchners Woyzeck glaubt, dass die Freimaurer die Erde wie die Maulwürfe unterwühlen. Und Giacomo Rossini hat sogar eine Verschwörungs- und Rufmordarie komponiert. Wagner sah das Deutschtum durch artfremde Mächte bedroht. Verschwörungsfabeln gab es schon immer. Kafkas Albtraum einer zur Weltordnung gemachten Disposition zur Lüge aber offenbart inzwischen eine wirkliche globale Relevanz. Der Vortrag greift aus dem großen Fundus literarischer Konspirationsfabeln exemplarische Fälle heraus. Deren fiktionale Konstruktionen sind per se ein attraktives Sujet für die Dichtung. Betrachtet werden Werke von Thomas Pynchon, Olga Tokarczuk, Philip Roth und Umberto Eco.
Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Sündenböcke und einfache Wahrheiten: Verschwörungsmythen in Geschichte und Gegenwart“

11. Nov. 2021
18:00
Stadtallendorf
18:00 Geboren in ein bedrohtes Leben: Kinder außerhalb der NS-»Volksgemeinschaft«

Vortrag von Dr. Götz Hartmann
Die Mütterfürsorge des nationalsozialistischen Regimes war nur für Deutsche gedacht. Frauen und ihren Kindern, die nicht zur „Volksgemeinschaft“ gezählt wurden, blieb sie vorenthalten. Ausgehend von zwei exemplarischen Lebensgeschichten schildert der Vortrag das Schicksal osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen, die während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland schwanger wurden und ihre Kinder im Säuglingsalter verloren. Außerdem wird der Umgang deutscher Stellen mit den Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen nach 1945 beleuchtet.

Stadtallendorf
24. Nov. 2021
17:00 – 18:30
17:00 – 18:30 Hebammen im Nationalsozialismus: Ein Frauenberuf im Spannungsfeld von Professionalisierung und Politisierung, von Profitieren und Indienstnahme

Vortrag von Dr. Wiebke Lisner
Hebammen erfuhren im Nationalsozialismus eine als Professionalisierungsschritt zu bezeichnende Aufwertung. Zugleich wurden Jüdische und „politisch unliebsame“ Hebammen ausgeschlossen. „Arische“ und politisch konforme Hebammen profitierten von den Neuregelungen des Berufes, allerdings nur um den Preis ihrer Einbindung in die NS-Rassen- und Bevölkerungspolitik. Im Nationalsozialismus erfolgte eine Fokusverschiebung: Hebammen sollten Mütter und Kinder mit einem selektiven Blick betrachten und nach ihrem „Wert“ und ihrer „Leistungsfähigkeit“ für den „Volkskörper“ beurteilen. Wie gingen Hebammen mit dem Doppelmandat, das sie den Müttern einerseits und dem Staat andererseits verpflichtete um?
Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Geburtshilfe zwischen Ideal und Ideologie“.

25. Nov. 2021
19:30 – 21:00
19:30 – 21:00 Verschwörungsmythen in Russland und im postsowjetischen Raum

Vortrag von Dr. Alexander Friedman
Der ukrainische Euromaiadan als eine US-amerikanische Verschwörung? Alexey Nawalny wurde nicht vergiftet? Proteste in Belarus durch den Westen inspiriert? Die Liste der in Russland und in postsowjetischen Staaten verbreiteten, antiwestlich und nicht selten antisemitisch geprägten Verschwörungsmythen ist lang. Warum entstehen Verschwörungserzählungen? Und warum sind sie ausgerechnet in Russland und im postsowjetischen Raum weit verbreitet? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, die bekannten und weniger bekannten Verschwörungsmythen auf den Grund geht, ihre Verbreitung in sozialen Medien erforscht, die Besonderheit des verschwörungstheoretischen Denkens beleuchtet und den Umgang mit diesem diskutiert.
Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Sündenböcke und einfache Wahrheiten: Verschwörungsmythen in Geschichte und Gegenwart“

01. Dez. 2021
19:00
Gießen
19:00 "Antisemitismus heute" - Podiumsdiskussion mit Jo Glanville und Olga Grjasnowa

Judenfeindliche Stereotype und Verschwörungsmythen sind erschreckend aktuell und können auf eine traurige historische Tradition zurückblicken: von mittelalterlichen Anschuldigungen, dass Juden Christen wegen ihres Blutes ermorden, bis hin zu Behauptungen, dass Zionisten versuchen, die Welt zu kontrollieren.
Auf dem Podium begrüßen dürfen wir zum einen Jo Glanville, englische Journalistin (u.a. „BBC“, „The Guardian“) und ehemalige Visiting Fellow an der Arbeitstelle Holocaustliteratur, die mit ihrem Essayband „Looking for an enemy. 8 Essays on antisemitism“ zurück zu den Quellen der Verschwörungstheorien geht, ihre Reise ins 21. Jahrhundert nachzeichnet und zugleich untersucht, wie ein irrationaler Glaube in einem vermeintlich rationalen Zeitalter noch gedeihen kann. In dem neu erschienenen Band finden sich Beiträge großer jüdischer Schriftsteller und Denker unserer Zeit, darunter Tom Segev, Jill Jacobs und Mikhail Grynberg. Ergänzt wird das Podium um die in Deutschland etablierte Autorin Olga Grjasnowa (aktuelles Buch: „Der verlorene Sohn“, 2020), die als junge hier lebende Jüdin weitere Impulse setzen und den Diskurs bereichern wird.

Gießen
02. Dez. 2021
19:30 – 21:00
19:30 – 21:00 "Ritualmorde" vor Gericht. Folgen einer antisemitischen Legende im 19. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Volker Zimmermann
Immer wieder verbreitete sich im 19. Jahrhundert eine alte antisemitische Legende: Juden würden in geheimen Ritualen das Blut christlicher Opfer für religiöse Zwecke verwenden. Mysteriöse Tötungsdelikte hatten Gerüchte über vermeintliche „Ritualmorde“ zur Folge, zuweilen kam es deswegen zu Ausschreitungen gegen Juden – und nicht selten spielten solche Spekulationen eine Rolle in polizeilichen Ermittlungen und in Gerichtsprozessen. Wie ist es aber zu erklären, dass derartige – von einer aufgeklärten Öffentlichkeit schon damals als abstrus bezeichnete – Legenden eine solche Wirkung entfalteten? Welche Folgen hatte dies für Ermittlungen und Strafverfahren? Am Beispiel von zwei spektakulären Prozessen im Deutschen Kaiserreich und in der Habsburgermonarchie werden in dem Vortrag „Ritualmorde“ vor Gericht analysiert. Aus diesen Fällen lassen sich auch – über offensichtliche Parallelen zu den von QAnon und ähnlichen Gruppen verbreiteten Legenden hinaus – Erkenntnisse für die Gegenwart ableiten: Denn wie haltlose Verschwörungstheorien in Teilen der Gesellschaft Akzeptanz finden, ist an den historischen Beispielen gut erkennbar.
Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Sündenböcke und einfache Wahrheiten: Verschwörungsmythen in Geschichte und Gegenwart“

31. Dez. 2022
ganztägig
Hadamar
ganztägig Bildungsurlaub: Sich erinnern aktiv gestalten - Ein Besuch der NS-Euthanasie-Gedenkstätte Hadamar

Hinweis: Diese Veranstaltung verschiebt sich auf 2022!
Die Gedenkstätte Hadamar befindet sich am authentischen Ort der Verbrechen. In diesem Bildungsurlaub soll der Frage nachgegangen werden, wie Erinnerung an die NS-Verbrechen heutzutage aussehen und aktiv gestaltet werden kann. Dazu gehören das Kennenlernen der historischen Hintergründe der NS-Euthanasie- Verbrechen in Hadamar, die Bezugnahme auf aktuelle Diskussionen zur Pränataldiagnostik und Sterbehilfe sowie Formen des kreativen Umgangs mit Erinnerung. Die Möglichkeiten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bildungsurlaubes reichen hier vom Bearbeiten von Ytong Steinen, dem Erstellen eines Fotobuches oder einer PowerPoint-Präsentation bis hin zum Verfassen von Texten und Musik oder einer Theaterperformance. Der Bildungsurlaub schließt mit einer Präsentation der Ergebnisse im Kreis der Teilnehmenden.

Hadamar
Datum Uhrzeit Veranstaltung Ort
ganzjährig   Filmvorführungen: „Walter Kaufmann – Welch ein Leben!“

Im Leben des am 15.4.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken.
1924 kommt er als Sohn namens Jizchak der armen polnischen Jüdin Rachel in Berlin zur Welt. 3 Jahre später adoptiert ihn ein wohlhabendes Duisburger Ehepaar. Im Gegensatz zu seinen Adoptiveltern Johanna und Sally Kaufmann konnte Walter Kaufmann der Vernichtung durch die Nazis entkommen, rettete sich als Jugendlicher mit einem Kindertransport nach England.
Er wurde australischer Soldat, Hochzeitsfotograf, Seemann und später preisgekrönter Schriftsteller. Bewusst entschied er sich Mitte der 50iger Jahre für ein Leben in der DDR. Von 1985 bis 1993 stand er als Generalsekretär dem PEN-Zentrum vor.

Datum und Ort
4. Oktober bis 2. Dezember 2021: Frankfurt/Main, Gelnhausen, Lich, Heppenheim, Lauterbach, Friedrichsdorf
Abendvorstellungen und Schulvorführungen, jeweils mit Einführungen und Filmgesprächen mit den Regisseuren Karin Kaper oder Dirk Szuszies

Alle Informationen und genaue Daten auf der Homepage des Films unter www.walterkaufmannfilm.de

Kooperation
321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.
Internationales Auschwitz Komitee e.V.