Die letzten NS-Verfahren vor deutschen Gerichten – Vortrag von Prof. Dr. Cornelius Nestler

Erinnern an die Opfer – 27. Januar, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Frankfurter Auschwitz-Prozesse können zwar als großer politischer Erfolg gelten, aus juristischer Sicht entfalteten sie allerdings eine gegenteilige Wirkung, die bis heute spürbar ist. Verfahren gegen (Mit-)Täter wurden zuhauf von der deutschen Staatsanwaltschaft eingestellt, juristische Verantwortung für die NS-Verbrechen wollte bzw. musste kaum jemand übernehmen. Durch alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ebenen hindurch bezeugte man wechselseitig, der jeweils andere hätte nichts mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu tun gehabt.
Prof. Dr. Cornelius Nestler, der sich sowohl als Vertreter der Nebenkläger als auch wissenschaftlich seit Jahren mit der Verfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Justiz befasst, wird in seinem Vortrag eine neue, differenzierte Sichtweise auf aktuelle NS-Verfahren vorstellen. Nestler erläutert das Vorgehen der Staatsanwaltschaften gegen Oskar Gröning, Reinhold Hanning, Hubert Zafke und Ernst Tremmel und beschränkt sich dabei nicht nur auf die Diskussion der bislang ergangenen gerichtlichen Urteile und Entscheidungen.
Die Stadt Wiesbaden und ein Trägerkreis, dem u. a. die HLZ angehört, führen in Würdigung und Anerkennung der Opfer eine historisch-politische Bildungsreihe durch, zu der auch die oben genannte Veranstaltung am 3. Februar gehört.

Ort
Hessische Landeszentrale für politische Bildung
Taunusstr. 4-6
65183 Wiesbaden

Kooperation
Eine Kooperationsveranstaltung des Referats I/1 der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Stadt Wiesbaden, Kulturamt.

Datum und Uhrzeit
03. Februar 2020
17:00

Veranstaltungsort
Hessische Landeszentrale für politische Bildung

Durchführung
Diese Veranstaltung wird von Referat I/1 durchgeführt.

Kategorien
keine