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Hessen ist Standort zahlreicher angesehener Universitäten, anerkannter Forschungseinrichtungen und herausragender Kulturstätten. Weit über das Bundesland hinaus haben hessische Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler einen auch international exzellenten Ruf. Die Podcastreihe holt diese Menschen ins Rampenlicht und stellt ihre Arbeit vor. Dabei offenbaren die Forscher und Experten nicht nur ihre Leidenschaft für ihr Spezialgebiet. Sie demonstrieren auch anschaulich, wie sehr ihr Wirken unser alltägliches Leben berührt und stehen dafür, dass Kultur und Wissenschaft nicht abgehoben, sondern nah am Menschen sind.Der Podcast erscheint alle 14 Tage dienstags.


Umweltpreis für Prof. Katrin Böhning-Gaese

Prof. Katrin Böhning-Gaese ist seit 2010 Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt. Gerade erst wurde die Wissenschaftlerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Umweltpreis 2021 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet. Einen Podcast mit ihr finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


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Friedensdienst für die Menschen – Die Gedenkstätte Hadamar

Über 14.000 Menschen wurden zwischen 1941 und 1945 in Hadamar ermordet. Weil sie geistig oder körperlich behindert waren, psychische Erkrankungen hatten oder einfach nicht in die Weltanschauung der Nationalsozialisten passten. Morde, die unter Bezeichnungen wie „Euthanasie“ oder „Aktion Gnadentod“ schöngeredet wurden. Die Gedenkstätte Hadamar will an diese Menschen erinnern, ihnen in ihren Forschungen und Darstellungen Gesicht und Würde zurückgeben. Und sie will die Sinne für Entwicklungen in der Gegenwart schärfen, wenn es in aktuellen Debatten um die Kategorisierung von Menschengruppen und Entscheidungen über das Lebensrecht geht. Dies alles, um im Dialog mit ihren Besucherinnen und Besuchern eine Kultur des Friedens zu fördern.
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder"
(https://freemusicarchive.org)

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Dr. Jan Erik Schulte

hat Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Germanistik in Bochum und Liverpool studiert. 1999 promovierte er bei Hans Mommsen mit einer Arbeit zur Geschichte der SS. Heute ist Jan Erik Schulte Privatdozent für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum und Leiter der Gedenkstätte Hadamar. In der Erweiterung und Neugestaltung der Gedenkstätte sieht er neue Möglichkeiten, die pädagogischen Angebote und die wissenschaftliche Forschung weiter zu entwickeln und so aus der Vergangenheit einen Dienst für die Menschen heute zu leisten.

Links:

Die Homepage der Gedenkstätte Hadamar informiert u.a. ausführlich über die Geschichte zur ehemaligen nationalsozialistischen „Euthanasie“-Tötungsanstalt, stellt „Pädagogische Materialien“ zur Verfügung und bietet einen „Digitalen Live-Rundgang“: https://www.dnb.de/DE/Home/home_node.html

Umfangreiches Material zum Thema „Euthanasie“ bietet auch der virtuelle Gedenk- und Informationsort des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands Landesverband Berlin e.V. unter: https://www.gedenkort-t4.eu/de

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Datenschutz ist Digitale Selbstverteidigung

Nicht alle beherrschen die Technik, wenn es um Jiu-Jitsu im Netz geht. Das hat man in Hessen bereits in den 1970er Jahren erkannt und hier das weltweit erste Datenschutzgesetz geschaffen. Schon vor 50 Jahren hieß es darin, dass es jemanden geben muss, an den sich Bürger wenden können, wenn sie ihren Datenschutz verletzt sehen. Welche Möglichkeiten ein solches Amt bietet im Kampf gegen große Internetkonzerne, warum es wichtig ist, seine Daten zu schützen und was noch im Datenschutz verbessert werden muss, ist Thema dieses Podcast. 
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder"
(https://freemusicarchive.org)

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Prof. Dr. Alexander Roßnagel

ist seit 1. März 2021 Hessischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit. In dieses Amt wurde er zuvor vom Hessischen Landtag einstimmig gewählt. Der ehemalige Seniorprofessor für Öffentliches Recht an der Universität Kassel ist in dieser Rolle unabhängig und untersteht keiner anderen Behörde. Alexander Roßnagel will v.a. dort für Schutz und Machtausgleich sorgen, wo die datenverarbeitenden Stellen in Wirtschaft und Verwaltung immer mehr über Bürgerinnen und Bürger wissen, die Datenverarbeitung für die Menschen aber immer intransparenter wird. An seine Stelle kann sich jeder wenden – auch Kinder, deren Rechte im Datenschutz er noch mehr stärken will.

Foto: © fotostudio9 by Marco Stirn

Links:

Die Homepage des Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit mit aktuellen Informationen zum Datenschutz, Links zu Beschwerdeformularen bei Verstößen gegen Datenschutzvorschriften oder zur Unterstützung von Handel, Industrie, Universitäten oder Vereinsarbeit erreichen Sie hier: https://datenschutz.hessen.de/

Das Hessische Datenschutzgesetz von 1970 war das erste Datenschutzgesetz deutschland- und weltweit. Mehr zur Geschichte des Datenschutzes ist abrufbar

-über die Homepage des Hessischen Datenschutzbeauftragten: https://datenschutz.hessen.de/ueber-uns/geschichte-des-datenschutzes

-und auf der Seite des Deutschlandfunks:  https://www.deutschlandfunk.de/eine-idee-wird-50-wie-in-hessen-der-datenschutz-erfunden.724.de.html?dram:article_id=485411

Über Rechtsgrundlagen auf Landes-, Bundes- und Europäischer Ebene zum Datenschutz informiert diese Seite: https://datenschutz.hessen.de/infothek/gesetze

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Die Deutsche Nationalbibliothek – Das Gedächtnis der Nation

Mehr als 39 Millionen Bücher, verteilt auf fast 400 Regalkilometer, weit über 1000 Bestellungen pro Tag – das und noch viel mehr ist DIE „Deutsche Nationalbibliothek“. Das sind Superlative in unserer Bibliothekslandschaft. Mit ihren beiden Standorten in Frankfurt und Leipzig gehört sie zu den wichtigsten Institutionen in Deutschland, die unser kulturelles Gedächtnis bewahren und prägen. Wie sie das macht, wo ihre Wurzeln unter anderem in Hessen liegen und vor welchen Herausforderungen sie in einer veränderten Medienwelt steht, davon erzählt ihr Generaldirektor Frank Scholze in diesem Podcast.
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder"
(https://freemusicarchive.org)

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Frank Scholze

hat Bibliothekswesen, Kunstgeschichte und Anglistik in Stuttgart studiert. Er war seit 2010 Direktor der Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie. Seit Januar 2020 steht er an der Spitze der Deutschen Nationalbibliothek, die mit Leipzig und Frankfurt über zwei Standorte verfügt. Frank Scholze wurde auf Vorschlag des Verwaltungsrats der Deutschen Nationalbibliothek vom Bundespräsidenten zum Generaldirektor berufen. In dieser Funktion möchte er die Deutsche Nationalbibliothek als „kulturelles Gedächtnis der Vergangenheit und der Zukunft“ weiterentwickeln.

(Foto: Alexander Paul Englert)

Links:

Die Homepage der Deutschen Nationalbibliothek mit allem Wissenswerten unter anderem rund um die Organisation und Geschichte, zu den Sammlungen und den kulturellen Angeboten erreichen Sie hier: https://www.dnb.de/DE/Home/home_node.html

Der im Gespräch zitierte Film „Gedächtnis der Nation: 100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek“ von 2012 ist abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=i3bSQ5cICTY

Das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek können Sie hier nachlesen: http://www.gesetze-im-internet.de/dnbg/index.html

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Von Insekten lernen, heißt siegen lernen - Excellenzforschung am Wissenschaftsstandort Gießen

Marienkäfer bekämpfen Tuberkuloseerreger, Wirkstoffe aus der Kirschessigfliege retten unsere Obsternte und Antennen von Bienen helfen bei der Drogenfahndung. Das sind Forschungsergebnisse des Teams um Professor Andreas Vilcinskas. Insekten sind seine Verbündeten im Kampf gegen gefährliche Bakterien und für neue Verfahren auf vielen Gebieten der Biotechnologie. Der Gießener Entomologe erforscht die fantastischen Fähigkeiten und Eigenschaften von Insekten und versucht, von den „Patenten der Insekten“ zu lernen. Was das genau heißt, welche Erfolge es bereits gibt und warum der Standort Hessen hier weltweit anerkannte Akzente setzt, das bringt uns Andreas Vilcinskas lebendig und eindrücklich in diesem Podcast nahe.
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder"
(https://freemusicarchive.org)

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Prof. Dr. Andreas Vilcinskas

studierte Biologie an der Universität Kaiserslautern und an der Freien Universität Berlin, wo er 1994 promovierte und sich 1998 im Fach Zoologie habilitierte. Seit 2009 ist er Leiter der Fraunhofer Projektgruppe "Bioressourcen" im Technologie- und Innovationszentrum Gießen und seit 2014 der Koordinator und Sprecher des LOEWE-Zentrums "Insektenbiotechnologie". In diesem Zusammenhang erforscht er die fantastischen Fähigkeiten und Eigenschaften von Insekten und versucht, von den „Patenten der Insekten“ zu lernen, denn Insekten bieten viele interessante Lösungen: unter anderem Antibiotika aus Käfern, Biowaffen gegen Schadinsekten, Sensoren für die Umweltüberwachung.

(Foto: Joachim Meißner)

Links:

Weitere Informationen zum Fachgebiet unseres Gesprächspartners finden Sie hier: https://www.uni-giessen.de/fbz/fb09/institute/iib/ento

Das LOEWE-Zentrum „Insektenbiotechnologie“, das Insekten als neue Bioressource für Produkte mit Anwendungen in Medizin, Pflanzenschutz und industrieller Biotechnologie erschließt, stellt sich ausführlich auf seiner Homepage vor: http://www.insekten-biotechnologie.de/de/start.html

Darüber hinaus informiert auch das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) über die Arbeiten von Prof. Vilcinskas: https://www.ime.fraunhofer.de/de/Forschungsbereiche/geschaeftsfelder_AE_BR/bio-ressourcen.html

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Gleichberechtigung.  Brauchen wir in Deutschland mal wieder einen Aufschwung der Frauenbewegung?

Die moderne Frau von heute gibt es zwei Mal: Die eine geht einem Beruf nach, fährt und finanziert ihr eigenes Auto und zeigt sich als selbstbewusste Influencerin in attraktiv gemachten Weblogs. Die andere verdient für die gleiche Arbeit im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen und kümmert sich nach wie vor um Haushalt, Kinder und pflegebedürftige Eltern. Welches Bild stimmt, was zu diesen Fragen ein Blick in die Geschichte, aber auch nach vorne in die Zukunft beitragen kann, darum dreht sich dieser Podcast mit Dr. Kerstin Wolff vom Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel.
Musik: Ketsa – 05 "PC Plodder" (https://freemusicarchive.org)

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Dr. Kerstin Wolff

hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und über den „Einfluss bürgerlicher Frauen in die Kommunalpolitik des Kaiserreiches“ promoviert. Diese Arbeit wurde mit dem Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen ausgezeichnet. Sie ist Geschäftsführerin der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel und verantwortet redaktionell die historische Fach-Zeitschrift der Stiftung „Ariadne – Forum für Frauen- und Geschlechter Geschichte". Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die Geschichte der deutschen Frauenbewegung zwischen 1848 und 1970. Auf diesem Feld ist sie auch durch eine breite Vortragstätigkeit bekannt.

Links:

Wer mehr über das Archiv der Frauenbewegung erfahren will, findet auf der Homepage des Archivs alles Wissenswerte: https://www.addf-kassel.de/

Im Gespräch wird auf dieses Buch Bezug genommen: Caroline Criado-Perez: Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. Btb Verlag, München 2020

Das Lied „Raus mit den Männern aus dem Reichstag“, von dem im Gespräch kurz die Rede ist, stammt aus der Revue „Von Mund zu Mund“ von Friedrich Hollaender. Wer sich die prägnante Interpretation von Claire Waldorff anhören möchte, wird leicht über diverse Internetsuchmaschinen fündig.

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Citizen Science in Hessen – Mehrwert für die Wissenschaft

Sie zählen Schmetterlinge, bestimmen und erfassen Bodentiere oder sind auf der Suche nach den letzten Feldhamstern – die Bürger-Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft. Beim Namen „Senckenberg“ - da denken die allermeisten wahrscheinlich zunächst an das weltberühmte Museum in der gleichnamigen Anlage in Frankfurt am Main. Und an renommierte Forscher, Entdecker und Gelehrte in der Nachfolge des Frankfurter Arztes und Naturforschers Johann Christian Senckenberg. Weniger bekannt ist, dass die Gesellschaft seit einigen Jahren sogenannte Citizen-Science-Projekte durchführt. Wer bei Senckenberg mitmachen will, kann aktuell zwischen 24 Citizen-Science-Projekten auswählen. Wie man auch als Nichtwissenschaftler zu wissenschaftlicher Forschung beitragen kann, das erfahren wir von der Biologin Katrin Böhning-Gaese in diesem Podcast. Die Direktorin des Senckenberg- Forschungszentrums für Biodiversität ist Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt.
Musik: Ketsa – 05 "PC Plodder" (https://freemusicarchive.org)

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Foto: Michael Frank

Prof. Katrin Böhning-Gaese

ist seit 2010 Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Direktoriums von Senckenberg, und dort für das Programm „Wissenschaft & Gesellschaft“ zuständig, sowie Vize-Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft. Die Biologin erforscht, wie der Klima- und Landnutzungswandel die biologische Vielfalt und Ökosysteme beeinflusst und welche Rolle biologische Vielfalt für menschliches Wohlergehen spielt. Gerade erst wurde die Wissenschaftlerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Umweltpreis 2021 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet.

Links:

Ausführliche Informationen zu den Citizen Science-Projekten der Senckenberg-Gesellschaft finden Sie hier: https://www.senckenberg.de/de/engagement/buergerwissenschaften/. Dort werden unter anderen auch das im Beitrag erwähnte Schmetterlingsprojekt und der Film zur Feldhamsterarbeit beschrieben.

Ein Porträt der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung über die Geschichte und den aktuellen vielfältigen Forschungsgebieten mit dem Meeresbiologen, Forschungstaucher und Fotograf Marc Robert Lehmann hat der Hessische Rundfunk in seiner Mediathek: https://www.hr-fernsehen.de/themen/expedition-senckenberg

Über die im Gespräch erwähnte App Bird.net gibt die Homepage der TU-Chemnitz Auskunft: https://www.tu-chemnitz.de/tu/pressestelle/aktuell/9562