Gedenkstätte „Konklave von Rothwesten“ in Fuldatal erhält vom Land Förderbescheid

Positive Orte der Demokratiegeschichte nach 1945 als dritte Säule einer aktiven Erinnerungskultur aufbauen“

Die Hessische Landesregierung fördert den digitalen Ausbau der Gedenkstätte „Konklave von Rothwesten“ im Haus Posen auf dem ehemaligen Kasernengelände in Rothwesten. Ein wenig wie bei Dornröschen ist es schon“, so Dr. Alexander Jehn, Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, „denn man muss erst die Bedeutung dieses sogenannten „Konklave von Rothwesten“ für das Gelingen der Währungsreform 1948, für das gelungene Einführen einer stabilen Währung in den Westzonen des besetzten Deutschlands begreifen. Ohne die harte Deutsche Mark kein Wirtschaftswunder und ohne Wirtschaftswunder kein Vertrauen in die demokratische Verfasstheit der im Aufbau befindlichen jungen Bundesrepublik. Rothwesten bietet diesen Einblick in die Bastelstube der Demokratie.“

Herr Dietmar Bittner, 2. Vorsitzender des Museumsvereins Währungsreform 1948 e.V., freut sich stellvertretend für den gesamten Verein über den Zuwendungsbescheid in Höhe von 100 000.- € zur Förderung der Digitalisierung der Einrichtung. Die Zuwendung erfolgt im Rahmen der Digitalen Strategie der Hessischen Staatskanzlei im Geschäftsbereich der Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung. „Wir wissen, dass wir in einer pluralen Gesellschaft leben. Diese Pluralität braucht aber auch das Wissen und die Erfahrbarmachung über die gemeinsamen demokratischen Anfänge. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung fiel nicht vom Himmel. Sie wurde strategisch angelegt. Unser Verein möchte nicht nur des „Konklave“ gedenken, sondern auch mit seinem Engagement in die Zukunft weisen.“ Ein demokratischer Staat sei nie etwas Statisches, Festgezurrtes, sondern sei immer in Bewegung. Und diese Bewegung bräuchte Mitmacher, Engagierte, Mitdenker. Darin sehe er konkret auch eine Zukunftsperspektive für den Verein. „Mit dem Zuwendungsbescheid erhalten wir die Möglichkeit der digitalen Ausstrahlung unserer Botschaft. Und wir werden zu digitalen Demokratie-Werbeträgern,“ so Bittner wörtlich. Ferner verweist er darauf, dass die Digitalisierung der Ausstellung ein wichtiger Schritt zur besseren Vermittlung der Wichtigkeit der Ausstellungsinhalte in Schule und Unterricht sei. „Wir sind aber auch ganz ehrlich bei vielen ein unbeschriebenes Blatt im schönen Nordhessen. Das wollen wir ändern und zur positiven Wahrnehmung unserer Region unseren Beitrag leisten.“

Bittner hofft mit einem Augenzwinkern, dass ein besserer Bekanntheitsgrad der Gedenkstätte im Haus Posen – auch bei den zuständigen politischen Gremien – doch noch zur Bezeichnung der Gemeinde Fuldatal als „Wiege der Deutschen Mark“ führen kann.

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