Bundesarchiv Rastatt: Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte
Die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte ist eine Außenstelle des Bundesarchivs. Sie wurde 1974 als Lern- und Erinnerungsort auf Initiative des Bundespräsidenten Gustav W. Heinemann im Rastatter Schloss realisiert. Erstmals wurde damit ein Ort geschaffen, der sich explizit auf die Vermittlung der der freiheitlichen, demokratischen und parlamentarischen Traditionen in der deutschen Geschichte fokussierte. Bis heute werden auf einer großen Ausstellungsfläche mit der Dauerausstellung „Freiheitsbewegungen in der Deutschen Geschichte“, mit Sonderausstellungen und einem umfassenden Vermittlungsangebot die Themen Freiheit, Einheit, Widerstand, Revolution und Demokratie behandelt.
Das Rastatter Schloss selbst war ein wichtiger Schauplatz in der Revolution 1848/49. Im Mai 1848 brach auf dem Ehrenhof des Bundesschlosses eine Soldatenrevolte aus, nachdem sich die Unzufriedenheit der Soldaten der badischen Garnison mit ihrer Versorgung und der Behandlung durch die Vorgesetzten zugespitzt hatte. Die Soldaten verbündeten sich mit den Revolutionärinnen und Revolutionären und bekannten sich zur kurz zuvor verabschiedeten Paulskirchenverfassung. Der Aufstand befeuerte die Badische Revolution und zwang Großherzog Leopold zur Flucht aus Karlsruhe, woraufhin preußische Truppen das Schloss belagerten. Nach dreiwöchiger Einschließung erfolgte im Juli 1848 die Kapitulation. Die Revolution war gescheitert, das badische Militär wurde aufgelöst und unter neuer Führung aufgebaut. Obwohl einigen der Revolutionären die Flucht gelang, wurden 19 zum Tode verurteilt und zahlreiche weitere inhaftiert.


