18. November 2021: Schweppes in aller Munde – zum 200. Todestag von Jacob Schweppe

„Wie die Kohlensäure in die Flasche kam“ – so beginnt auf der Homepage der Firma Schweppes der Überblick über die prickelnden Limonaden, die es heute in den verschiedensten Geschmacksrichtungen gibt.
Sie gehen auf den am 16. März 1740 in Witzenhausen in der Landgrafschaft Hessen-Kassel geborenen und getauften Jacob Schweppe zurück. Seine berufliche Laufbahn begann zunächst als Uhrmacher und Silberschmied. Nach verschiedenen Stationen der Wanderschaft blieb er schließlich 1765 in Genf.

Portrait nach einer Beschreibung Jacob Schweppes während seines Aufenthalts in London von 1792-1799
Foto: Unklar, Public domain, via Wikimedia Commons
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Die Herstellung von künstlichem Sprudelwasser im Jahr 1772 durch den englischen Physiker Joseph Priestley regte den Hobby-Wissenschaftler dazu an, ein mechanisches Verfahren zur Herstellung von Kohlensäure zu suchen. Mit seinem „Geneva-System“ gelang es ihm tatsächlich, Wasser mit Kohlensäure zu versetzen. 1783 ließ er es patentieren.
Sein geschmacksneutrales Sodawasser gab es zunächst in drei Varianten. Als die Nachfrage immer weiter wuchs, gründete er 1790 zusammen mit dem Mechaniker Nicolas Paul und dem Schweizer Apotheker Henri-Albert Gosse eine kleine Fabrik in Genf. Um sich weitere Absatzmärkte zu erschließen, ließen sie sich 1792 an der Drury Lane in London nieder. Vier Jahre später stiegen Paul und Gosse jedoch aus dem Londoner Geschäft aus, Schweppe konnte aber seinen Geschäftsbetrieb in London aufrechterhalten.
Das Getränk fand im gesamten britischen Weltreich nicht nur als neutrales Sodawasser großen Anklang. In den indischen Kolonien begeisterte Schweppes Mischung aus Chininpulver, Limettensaft und Sodawasser besonders die britischen Offiziere, diente es doch als „Indian Tonic Water“ der Malariaprophylaxe.
Im weiteren Verlauf wurde das Getränk „geadelt“: 1831 wurde Schweppe königlicher Hoflieferant und 1836 erhielten seine Limonaden im Vereinigten Königreich unter William IV. ein „Royal Warrant“, eine Empfehlung des Könighauses.
Der Auftritt des Schweppes-Unternehmens auf der ersten Weltausstellung 1851 in London zog einen weiteren Siegeszug nach sich. Die eigens im Londoner Hyde Park errichtete riesige Fontäne fand auf dem Flaschenetikett seinen Niederschlag. In neuerer Zeit leuchtet seit 1972 die Schweppes-Werbung in großen Lettern am Gebäude Carrión auf der Gran Vía in Madrid.


Den Welterfolg seiner Erfrischungsgetränke erlebte Jacob Schweppe allerdings nicht mehr. Er starb am 18. November 1821 in Genf. Die Klassiker Gin Tonic Water, Bitter Lemon und Ginger Ale bestimmen heute mehrheitlich den Markt der Limonaden- und Softdrinks. Die Marken- und Vertriebsrechte wechselten mehrfach. 2006 erwarb die Krombacher Brauerei die Rechte für Deutschland und Österreich.

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